Dienstag, 21. November 2017

Upcycling eines Kartons zur Geschenkverpackung

Der Gatte hatte irgendein Elektronikdingsi bestellt, dass in einer sehr stabilen Kartonverpackung mit Magnetverschluss kam. Zum Glück konnte ich die noch rechtzeitig aus dem Altpapier fischen.

Schnell gemachte Geschenkschachtel.
Mit Hilfe von Origamipapier und Art Potch* wurde daraus eine Geschenkverpackung.

Blick in die noch ziemlich leere Geschenkschachtel.
Dieser Beitrag nimmt teil an den Linkparties "Creadienstag", "Link your Stuff", "DienstagsDinge", "Happy Recycling", "Upcycling" und "Handmade on Tuesday".

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Samstag, 18. November 2017

#12von12 im November 2017

In den Sonntag starte ich spät. Zwar war ich kurz nach sechs Uhr, zu meiner üblichen Aufstehzeit, schon mal wach, schlief dann aber ziemlich unruhig nach bis halb elf weiter. Dann brachte mir der Gatte Milchkaffee ans Bett.

#1: Wäsche abnehmen.
#2: Putzen.
Wie meistens an den Wochenenden fühle ich mich ziemlich zerschlagen, kämpfe mit den Verspannungen, die eigentlich nur erträglich sind, wenn ich eingemummelt auf unserem alten Sofa sitze. Dazu kommt noch eine Wurzelentzündung, die mir seit Ende Oktober zu schaffen macht.

#3: Das neue Strickstück fotografieren.
Das Frühstück lasse ich ausfallen. Stattdessen geht's in den Garten. Vier große Zimmerpflanzen müssen ins Wohnzimmer gewuchtet und der Orangenbaum eingepackt werden. Das sollte eigentlich schon seit mindestens zwei Wochen erledigt sein, aber immer, wenn ich frei habe, bin ich malad. Ich hoffe, das ändert sich, wenn ich endlich auf die neue Position wechseln kann (und dann in Teilzeit arbeite).

#4: Torte, Tee und Fotos gucken.
Einmal im Garten, fülle ich das Vogelfutter auf und nutze das Tageslicht, um ein neues Strickstück zu fotografieren. Dann ist ein bisschen Hausarbeit angesagt: Wasche abnehmen, Waschmaschine füttern, Bad putzen ... Der Gatte kümmert sich derweil um die Küche und serviert anschließend Tee mit Torte.

#5: Postkarten an die in der Türkei inhaftierten Journalisten Meşale Tolu und Deniz Yücel über die Weltgeschichte aus Entensicht.
Danach schreibe ich je eine Postkarte an die in der Türkei inhaftierten Journalisten Meşale Tolu und Deniz Yücel.

#6: Das neue Strickstück fertigstellen. Also, im Prinzip.
Rechtzeitig zu "Inspector Morse" falle ich auf's Sofa. Beim neuen Strickstück müssen noch die Nähte geschlossen werden. Als das erledigt ist, merke ich bei der Anprobe, dass das Teil total komisch sitzt. Am nächsten Tag, nachdem ich eine Nacht drüber schlief, sollte mir aufgehen, welchen Fehler ich beim Umrechnen auf meine Massen Maße machte. Die Bündchen müssen umgesetzt werden ....

#7: Aufribbeln.
#8: Neu stricken.
Nach dem Abendessen (es gibt wunderbare Pastrami von Radbruch auf Vollkornbrot) widme ich mich zum mittlerweile vierten Male dem Kragen des Strickkleides. Beim ersten Mal war er zu eng, beim zweiten Mal zu weit, beim dritten Mal mir zu kurz (auch, wenn alle, die das Kleid bislang sahen, meinten, es sei perfekt ...). Nebenbei gucke ich "Tatort" und "Bruder Schwarze Macht".

#9: Er so: "Was ist eigentlich Pastrami?" - "Ich so: "So wie Schinken, nur auf Jüdisch."
#10: Übrigens, es ist Sonntag.
#11: Fußbadzeit.
Als ich merke, dass mir beim Stricken immer wieder die Augen zufallen, finde ich den Weg ins Bett und lese noch ein paar Seiten im Wien-Krimi "Prater-Morde*" von Beate Maxian.

#12: Lesen*.
Dieser Beitrag geht rüber zu Caro von Draußen noch Kännchen, die wie immer am 12. eines Monats 12 Impressionen sammelt - vielen Dank dafür!

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Freitag, 3. November 2017

Ausgelesen: Bücher im September und Oktober 2017

Im September las ich wenig. Für "Steckerlfisch*", den Oberbayern-Krimi von Lisa Graf-Riemann und Ottmar Neuburger brauchte ich viel Zeit. Ich dachte, es wäre quasi eine Fortsetzung von "Hirschgulasch*" und "Rehragout*", die beiden Bücher, die ich im August las, aber es ist ein komplett neues Ermittlerteam. Damit tat ich mich schwer, und dann dauertes es, bis mich die Handlung einnahm.

Warum geht's? Hauptkommissar Stefan Meißner hat mit Freundin Marlu gerade ein historisches Haus in der Stadtmauer von Ingolstadt bezogen und alle Hände voll zu tun. Doch familiäre Verpflichtungen zwingen ihn, seinen ungeliebten Onkel in dessen nobler Senioren-Residenz am Chiemsee zu besuchen. Der alte Herr fühlt sich von Heimleitung und Personal bedroht und berichtet von seltsamen Todesfällen unter den Bewohnern. Meißner ahnt nicht, dass sich sein Sonntagsausflug zu einem mörderischen Fall auswachsen wird.

Es gibt viel Chiemgau-Lokalkolorit, außerdem spielt ein Teil in Rumänien. Nachdem ich mich auf das Buch einlassen konnte, machte es Spaß und stillte meine Chiemgau-Sehnsucht.

Ende September verbrachten wir ein langes Wochenende in Prag, und als Einstimmung wollte ich "Der Friedhof in Prag*" von Umberto Eco lesen. Mir ging's allerdings wie dem Gatten: Der Funke sprang einfach nicht über. So legte ich das Buch denn ziemlich schnell beiseite und nahm leichtere Kost zur Hand: Den Prag-Krimi "Reinen Herzens*" von Helena Reich.

Es ist der dritte Band um Kommissar David Anděl, und in diesem Falle ist es wirklich ratsam, alle Bände chronologisch zu lesen, denn sie bauen aufeinander auf. Das wusste ich nur vorher nicht. Aber weil dem so ist, stelle ich Dir die Bücher in ihrer Reihenfolge vor:

"Nasses Grab*" spielt nach der Flut des Jahres 2002 und stellt die Protagonisten vor: Als der Pegel der Moldau allmählich wieder sinkt, schwimmen der Feuerwehr im Fußgängergeschoss der Metro unter dem Wenzelsplatz Särge entgegen. Die Särge sind leer – bis auf einen: darin ruht eine Mumie.

Kriminalkommissar David Anděl, sein Partner Inspektor Otakar Nebeský, die Pathologin Magdalena Axamit und die Reporterin Larissa Khek haben alle Hände voll zu tun, um die Identität der rätselhaften Leiche zu entschlüsseln, die 25 Jahre zuvor eines gewaltsamen Todes gestorben ist.

Der Plot hat einige Schwächen und Längen. So bringt ein Mann seine Frau um, merkt aber nicht, dass es ihre Freundin ist, die eine Perücke trägt. Nun ja. Und die Leserin muss damit klar kommen, dass Reich praktizierende Homöopathin ist. Da werden dann auch schon mal Globuli unterstützend bei Schussverletzungen eingesetzt.

Zudem gibt es Cliffhanger: So erhält die Pathologin ein Bein, dessen Identität nicht geklärt wird. Im zweiten Band kommt dann noch ein Fuß dazu, aber beide Fälle gehören dann doch nicht zusammen. Das Bein bleibt im Kühlfach bis zum dritten Band, wo es dann weiter untersucht wird, aber ohne Ergebnis. Bleibt die Hoffnung auf einen vierten Band, aber Reich hat seit 2011 keinen weiteren Band veröffentlicht.

In "Engelsfall*", dem zweiten Band, wird ein toter Antiquar im Hotel "Alchymist" gefunden, neben ihm eine fast leere Flasche mit einem rätselhaften Elixier und eine Tarotkarte. Kommissar David Anděl und sein Partner, Inspektor Otakar Nebeský, tippen auf Giftmord.

Dann bringt eine alte Dame einen Fuß ins Kommissariat. Der führt zur Leiche einer älteren Dame, entdeckt im Keller ihrer Villa. Im Wohnzimmer an der Wand: eine Tarotkarte. Alle Spuren führen zu einem geheimnisvollen Orden von Alchemisten und den verschollenen Seiten des Voynich-Manuskripts. Doch auch die Journalistin Larissa Khek wittert eine große Story, recherchiert – und bringt sich damit in tödliche Gefahr.

Das Buch ist atmosphärisch dicht, vermittelt einiges an Lokalkolorit, allerdings endet es da, wo der dritte Band, "Reinen Herzens*", anfängt. Daher mein Tipp, alle drei Bücher nacheinander zu lesen, denn sonst hätte ich das Gefühl gehabt, auf dem Höhepunkt der Handlung sitzen gelassen worden zu sein.

In "Reinen Herzens*"  überlebt Anděl einen Anschlag vor seinem Haus schwer verletzt. Die hochschwangere Attentäterin und ihr ungeborenes Kind sind tot. Doch statt einer Kugel werden nur kleine Spiegelsplitter in der Wunde gefunden.

David verlässt gegen den Willen der Ärzte das Krankenhaus, packt seine Sachen, legt sich eine falsche Identität zu und fährt nach Franzensbad, um sich zu erholen. Doch gerade angekommen, werden auch dort zwei Leichen gefunden: Die Opfer starben durch Steckschüsse, und bei beiden findet man statt der Kugeln nur Spiegelsplitter.

"Reinen Herzens" nahm mich schnell gefangen mit überraschenden Wendungen, starken Charakteren und einem spannenden Plot. In Prag spielt das Buch nur zu Beginn, dann verlagert sich die Handlung ins Bäderdreieck zwischen Eger und Franzensbad. Und jetzt wüsste ich gerne, wie's weitergeht mit den Protagonisten - und dem ominösen Bein, das im ersten Band auftaucht und im dritten noch immer keinen Besitzer fand.

Nachdem ich meinen Pragurlaub durch die Krimilektüre verlängerte, ging's in die britischen Cotswolds. Ich war skeptisch, ob ich die Bücher der Agatha-Raisin-Serie von M.C. Beaton mag, denn die Verfilmung von Büchern ist ja immer so eine Sache. "Rizzoli & Isles" mag ich zum Besipiel nicht mehr sehen, nachdem ich die von Tess Gerritsen geschrieben Reihe las. Hier ist es anders. Auch wenn das Buch schon vor 20 Jahren erschien, die Charaktere und ihre Umgebung für die Serie modernisiert wurden, passt beides für mich. Die TV-Agatha finde ich allerdings wesentlich sympathischer und tougher. Die Buch-Agatha taumelt irgendwie von Affäre zu Affäre und wirkt auch sonst ziemlich planlos.

"Agatha Raisin und die tote Urlauberin*" setzt da ein, wo die bisher bei ZDFneo ausgestrahlten Folgen enden: Agathas Verlobter James hat sich einfach aus dem Staub gemacht. Nach Zypern. Dorthin, wo sie die Flitterwochen verbringen wollten. Eigentlich. Bevor er die Hochzeit platzen ließ. Doch Agatha wäre nicht Agatha, wenn sie tatenlos zusehen würde, wie ihr Glück den Bach runtergeht. Beherzt packt sie ihre Koffer und reist James hinterher. Agathas Traum von der romantischen Versöhnung unter mediterraner Sonne ist schnell ausgeträumt: Kaum gelandet, muss sie sich mit englischen Urlaubern und einem Mörder rumschlagen, der es auf ebendiese abgesehen hat.

Zum Einstieg ist dieser Band sicher nicht ideal, denn es scheint einer der schwächsten der Serie sein. Phasenweise hatte ich das Gefühl, einen Zypernreiseführer zu lesen, und phasenweise fehlten mir Zusammenhänge, erschien mir die Handlung unlogisch. Aber da ich wissen wollte, wie es mit Agatha und James weiterging, hielt ich durch. Und mit knapp 150 Seiten ist das Buch ja auch schnell gelesen.

Im siebten Band, "Agatha Raisin und der Tote im Wasser*", ist Agatha wieder in den Cotswolds. Sie langweilt sich fürchterlich, zu lange liegt ihr letzter Fall zurück. Nur ein Streit im Nachbardorf sorgt für etwas Abwechslung: Ein Mineralwasserhersteller will sich für viel Geld aus der örtlichen Trinkwasserquelle bedienen, was die Dörfler bis hinauf zum Gemeinderat spaltet. Als der Vorsitzende des Rats ermordet in der Quelle treibt, sieht Agatha das Ende ihrer kriminalistischen Durststrecke gekommen.

Mit Inbrunst stürzt sie sich in die Ermittlungen - und muss rasch erkennen: Dieser Mörder ist mit allen Wassern gewaschen. In der TV-Serie ist es die vierte Folge; ich kannte die Auflösung also schon. Dieser Band gefällt mir etwas besser als der sechste.

Der achte Band, "Agatha Raisin und der tote Friseur*" hat dann wieder einige Schwächen. Im Mittelpunkt steht Mr. John, ein charmanter Friseur, bei dem die Frauen Schlange stehen. Auch Agatha verfällt ihm, bis er einem Giftmord zum Opfer fällt, den Agatha aufklärt. Die Handlung dümpelt dahin wie die Cotswolds in der Sommerhitze, und Agatha sitzt entweder beim Friseur oder in einem Restaurant.  Zwar fühlte ich mich gut unterhalten, aber das rasantere Erzähltempo der TV-Serie liegt mir doch mehr.

Nach Prag kamen übrigens zwei Reiseführer mit: Der Prag-Reiseführer* aus dem Michael-Müller-Verlag, seit Jahrzehnten einer meiner liebsten Reiseführer-Verlage, und als Ergänzung "Prag abseits der Pfade: Eine etwas andere Reise durch die Goldene Stadt*" von Mirko Moritz Kraetsch. Letzteres ist eher ein Lesebuch als ein Reiseführer. Für Hintergrundinformationen ganz spannend, ansonsten fehlen aber praktische Informationen.

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Montag, 30. Oktober 2017

Wie man im Barock tinderte: Zu Besuch bei den Ausgrabungen auf der Cremon-Insel

Das Archäologische Museum Hamburg veranstaltet ganz wunderbare Social-Media-Events. Im September hatte ich das Glück, bei einer Begehung der Ausgrabungen auf der Cremon-Insel dabei zu sein. Cremon ist der Name einer Marscheninsel in der Hamburger Altstadt.

Die Scherbe einer Ofenkachel fest im Fokus.
Der einstige Oberbaurat Wilhelm Melhop weiß: "Über die Entstehung dieses noch nicht geklärten Namens gibt es viele Ansichten"*. Namensgeber könnte der Grundeigentümer „Fredhericum de Crimun“ sein, vermuten die Archäologen heute.

Bis 1946 verlief hier das Katharinenfleet.
Mir gefällt immer noch die Deutung des Schriftstellers Jonas Ludwig von Heß am Besten, wonach sich der Name von der Mondsichel ableitet. Der Verlauf der Straße Cremon ist bis heute sichelförmig.

Fachsimpeln vor historischen Karten.
Bis November werden auf dem Areal Bei den Mühren 2 - 5 Spuren gesichert, bevor das Areal neu bebaut wird. Die Wissenschaftler erhoffen sich Erkenntnisse über Siedlungsgeschichte, aber auch über den Kolonialismus zwischen dem Mittelalter und der Neuzeit.

Blick auf das Grabungsgelände.
Die Zeit für die Grabung ist kurz, insgesamt ein halbes Jahr, und der verregnet Sommer sorgte dafür, dass die Arbeiten immer wieder unterbrochen werden mussten, denn die Ausgrabungsstätte konnte aus statischen Gründen nicht mit einem Zelt überbaut werden.

Scherbenhaufen.
Überhaupt sorgt das Wasser für Probleme, wie Ausgrabungsleiter Kay-Peter Suchowa weiß: Die mittelalterlichen Abwasserleitungen funktionieren nach wie vor. Früher das Wasser in das Katharinenfleet abgeleitet, aber das wurde 1946 mit Trümmern des Hamburger Feuersturms zugeschüttet.

Wenn Archäologen spielen ...
Oft beginnt der Arbeitstag also erstmal mit dem Auspumpen der Grabungsstätte. Die Baugrube liegt fünf Meter unter Straßenniveau. Noch etwa anderthalb Meter tiefer wollen die Archäologen in den nächsten zwei Wochen graben, in der Hoffnung.dort Spuren aus der Zeit vor der Besiedlung zu finden.

Pfeifenstiele.
Bisher wird angenommen, dass die Besiedlung der Cremon-Insel mit einem Ringdeich geschützt wurde. Dies gilt es, mittels der Ausgrabungen zu überprüfen. Ein Ergebnis ist bislang, dass die Hinterhöfe nicht besiedelt waren, sondern u.a. als Viehweiden genutzt wurden. Die Höfe waren zudem offen, mit einem Zugang zum Fleet.

Blick in einen Zuckerhut.
Spannend ist natürlich auch, wer hier siedelte. Wenig überraschend ist, dass es einst Kaufleute und Schiffszimmerer waren - nicht ganz reich, aber auch nicht ganz arm, wie die Überreste der bemalten Fliesen von Kachelöfen belegen.

Ein kleiner Fayence-Schuh war im Barock ein Zeichen erotischen Interesses. 
Im 18. und 19. Jahrhundert kamen die Zuckersieder, auch das wenig überraschend, denn Hamburg war zu dieser Zeit des Zentrum der europäischen Zuckerraffination. Praktisch, wie der Hamburger nun mal ist, siedelten sich Destillen in der Nachbarschaft an: Zur Branntweinherstellung wird Zucker benötigt.

Eine der mittelalterlichen Wasserleitungen, die ins Katharinenfleet führten.
Ende des 19. Jahrhunderts verfiel die Bebauung zusehends: Immer wieder gibt es Beschwerden über Schutt, der aus den Fassaden in das Fleet fiel und die Schifffahrt gefährdete. Vergnügung wurde sich trotzdem: Ein direkt an der Straße gelegenes Lokal ersuchte 1894 für seinen Keller um Baugenehmigung für zwei Kegelbahnen und einen Ofen.

Was vom Hamburger Feuersturm übrig blieb.
Wie so oft, verbergen Müllgruben die erstaunlichsten Funde. In diesem Falle waren es eine Bernsteinperle, einst vielleicht ein Liebesbeweis, ein Spielzeughahn und ein Fayence-Damenschuh. Mit letzterem zeigten die Männer der Barockzeit ihre amourösen Interessen - Tinder lag noch in weiter Ferne.       

Ein kleiner Hahn.
Herzlichen Dank an Kay-Peter Suchowa und das Team des Archäologischen Museums Hamburg für den spannenden, einzigartigen Abend!

Glasscherbe.
* Wilhelm Melhop, Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg von 1895-1920, Mit Nachträgen bis 1923. Unter Benutzung amtlicher Quellen. I. Band. Verlag Otto Meißer, Hamburg 1923, S. 35

Samstag, 28. Oktober 2017

Samstagsplausch KW 43/17: Strick-Hafenrundfahrt mit dem Maschenwunder

Auf der Suche nach einem Geschäft, in dem ich evtl. Sandes-Garn nachkaufen könnte, falls das in Dänemark gekaufte nicht reicht, stieß ich auf Maschenwunder, ein Geschäft in Bramfeld. Manja Vogelsang organisiert an jedem zweiten Mittwoch im Monat ein Stricknick, an dem ich seit dem Sommer teilnehmen möchte. Ob ich es noch schaffe, solange ich noch mit dem Auto zur Arbeit komme?! Mit dem ÖPNV bin ich sonst für die Strecke Bramfeld - Iserbrook ewig unterwegs.

Vor der Kaffeefahrt erstmal einen Kaffee trinken.
"Da ist das Kamera-Team." - Manja Vogelsang erklärt den Ablauf der Fahrt. Auch im Bild: Ein fantastisches Kuchenbüfett.
Ähm, wo war ich? Ach ja: Neben den monatlichen Stricknicks organisiert Manja zwei Mal im Jahr eine Strick-Hafenrundfahrt auf der Barkasse "Alex". Letzten Sonntag war's wieder so weit.

Die Kamerafrau bei der Arbeit.
Ich fuhr sicherheitshalber 'n büschen früher los, falls die S-Bahn mal wieder Probleme hat und weil ich nicht wusste, von welcher Brücke mit welchem Barkassenunternehmen es los geht, denn diese Info fehlte online. Es heißt schließlich nicht umsonst "Landungsbrücken" - davon gibt's nämlich 10, von denen an Überseebrücke und Baumwall ganz zu schweigen.

Kamerafrau und Tonmann bei der Arbeit.
Ich fand die Barkasse aber schnell, und so hatte ich dann noch Zeit für einen Kaffee in einer der Touriklitschen auf den Brücken. Dort wurde mein Strickzeug so entsetzt gemustert, dass ich seitdem überlege, in dem Lokal ein Knit-In zu organisieren.

So lasse ich mir "Schafscheiße" schmecken: Selbstgemachte Kekse.
Zum Glück kaufe ich Wolle nur für konkrete Projekte, sonst wäre ich glatt schwach geworden.
An der Barkasse wartete schon ein Grüppchen - samt Fernsehteam, denn über die Fahrt wird es nächsten Monat einen Beitrag in der Sendung "Rund um den Michel" geben (ich sage noch Bescheid, wann genau). Auf der Barkasse war's muckelig warm, und bei angeregter Unterhaltung in netter Gesellschaft gingen die zwei Stunden viel zu schnell vorbei. Vom Hafen habe ich keine Fotos gemacht, denn meistens hat leider geregnet.

Sonnenuntergang am Hafen.
Als wir dann wieder an den Landungsbrücken ankamen, begrüßte uns ein wunderbarer Sonnenuntergang. Die S-Bahn brachte mich schnell nach Hause, und mit Sushi ließ ich einen perfekten Sonntag ausklingen.

Sonntagssushi.
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und eine gute Woche! Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea.