Montag, 18. September 2017

#12von12 im September 2017

Der 12. September ist einer der letzen Tage vor einem Vertretungsdienstmarathon: Bis Mitte Januar werde ich im Wechsel Kollegin I und Kollegin II vertreten - oder auch beide gleichzeitig, wenn's den Damen gerade genehm ist. Meinen normalen Job muss ich natürlich auch noch obendrauf machen.

#1: Auf in's Büro.



Zwischendrin werde ich sechs Tage Urlaub haben, aber nicht am Stück.

#2: Ja, ich verdiene mein Geld auch mit Zeitunglesen.
Mein Körper sagt mir tagtäglich, dass er nicht mehr kann, aber mit einer Versetzung hat es noch nicht geklappt. Es gibt eben zu wenig Stellen, auf die mein Profil passt, und die wenigen, die es gibt, beinhalten oft Springertätigkeiten wie die, die ich jetzt habe, oder meine Nase passt nicht. Irgendwas ist ja immer.

#3: Vormittagskraulen.
Der Arbeitstag beginnt ruhig, und da ich weiß, dass sich das bald ändert, genieße ich es noch mal. Die Teamsitzung fällt aus, da die Chefin in einer Sitzung ist. Dementsprechend trudeln die anderen Chefs auch später ein.

#4: Mittags kurz frische Luft schnappen.
Heute ist der Bürohund da und holt sich regelmäßig Streicheleinheiten ab, vor allem, wenn er hört, dass ich meine Brotdose öffne.

#5: Mittagessen: Watermelon Lemonade und veganer Milchreis mit den letzten Erdbeeren der Saison.
Da es ruhig ist, kann ich über Mittag kurz zum Briefkasten, zwei Postkarten und die Briefwahlunterlagen einwerfen. Da ich in Altona wohne, kommt auch noch der Stimmzettel für einen Volksentscheid über einen Radweg am Elbstrand dazu.

#6: Postkarten schreiben: Ein Bärchen für Meşale Tolu und ihren Sohn, eine Apfelblüte für Deniz Yücel.
In der Mittagspause bleibt es so ruhig, dass ich Postkarten an Deniz Yücel und Meşale Tolu  über den Apfelbaum in Mudderns Garten schreiben kann.

#7: Jetzt leg' doch endlich mal die Kamera weg und kraul' mich.
#8: Sonnenschein zum Feierabend.
Der Gatte ist vor mir zu Hause und schläft schon, kaputt vom Job. Ich kümmere mich ein wenig um den Haushalt und wärme dann langsam das Abendessen auf. Es gibt Krautfleckerln. Ich hatte am Vortag eine große Pfanne gemacht, die für zwei Tage reicht.

#9: Abendessen.
Der Gatte wacht rechtzeitig zum Abendessen auf. Der restliche Abend gehört dem Doctor und meinem Strickzeug. Ich stricke gerade an einer Filztasche.

#10: Durch David Tennant fand dann auch ich endlich einen Zugang zu "Doctor Who".
#11: Stricken.
Da es nur eine Doctor-Who-Folge gibt, komme ich früh ins Bett und lese vor dem Einschlafen noch etwas in "Steckerlfisch*".

#12: Lesen*.
Die Rezepte zum Tag gibt's wie immer in der Kombüse. Dieser Beitrag geht rüber zu Caro, die dankenswerterweise wieder unsere Impressionen vom 12. des Monats sammelt.

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Samstag, 16. September 2017

Samstagsplausch KW 37/17: Auslaufparade der Cruise Days 2017

Zurzeit ist die bayerische Tante wieder in Hamburg und voller Unternehmungslust. Am vorletzten Sonnabend schipperten wir zwei Stunden mit Schwiegermutter und ihr durch den Hafen. Bei der Vorbereitung ihres Besuchs sah ich, dass es eine Woche später Fahrten anlässlich des Feuerwerks der Auslaufparade der Kreuzfahrttage, neudeutsch Cruise Days, gibt, und der Gatte meinte, so was könnten wir doch auch zu zweit machen.

Die MSC Preziosa fährt zu ihrem Platz in der Auslaufparade.
Also buchte ich zwei Tickets bei der Barkassencentrale Ehlers, meinem Lieblings-Hafenrundfahrt-Unternehmen (in einem früheren Leben, als ich mein Geld noch auf den Straßen der Stadt verdiente, arbeiteten wir lange Jahre zusammen), aber grundverpeilt, wie ich momentan mal wieder bin, las ich den Ausschreibungstext gar nicht richtig (und vergaß dann am Tag selbst noch mein Stativ zu Hause).

Unser Platz für die nächsten zweieinhalb Stunden: Backbord heckseits der Europa.
So fanden wir uns dann nicht etwa auf einer xbeliebigen abendlichen Hafenrundfahrt wieder, nein, die Anita Ehlers war eines von 24 Begleitschiffen der Auslaufparade. Zwei Stunden lang schipperten wir backbord heckseits der Europa, dem vorletzten Schiff der Parade.

Während der Auslaufparade.
Wir fuhren ganz dicht neben dem großen Kreuzfahrer, und ich fand es faszinierend, den Schleppern mal aus nächster Nähe zusehen zu können. Technisch weiß ich zwar, wie so kleine Schiffe die großen Pötte in den Hafen bekommen, aber so aus der Nähe ist das noch mal viel faszinierender.

Jedes Schiff in der Parade bekommt ein Feuerwerk.
Die Parade verzögerte sich 'n büschen, denn einerseits musste erst noch ein Containerschiff in den Köhlbrand einlaufen, bevor die Ebbe es unmöglich machte, und andererseits verhakte sich beim Ablegen ein Tau in der Schraube der Mein Schiff 3, so dass alle anderen Schiffe aufrücken mussten, denn die Mein Schiff 3 konnte natürlich nicht mitfahren.

Feuerwerk über dem blau leuchtenden Hafen.
Als es dann endlich los ging, lagen alle anderen Barkassen zusammen mit vielen anderen Schiffen in Linie, bildeten also einen Korridor, und wir zogen gemeinsam mit der Europa an ihnen vorbei. begleitet von Feuerwerk und Typhonen.

Da fährt sie ab gen Nordsee, die MS Europa.
Besonders schön war die Rückfahrt, als langsam wieder Ruhe auf der Elbe einkehrte, wir das Achterdeck quasi für uns hatten, die Barkasse ordentlich Fahrt aufnahm, wir die Cap San Diego, die auf Fahrt war, passierten. Und wir hatten ein wahnsinniges Glück mit dem Wetter: Bis zum späten Nachmittag goß es wie aus Eimern, aber gegen 19 Uhr, als wir uns auf den Weg zum Hafen machten, klarte es langsam auf.

Einer der Schlepper fährt gen Feierabend. 
Angesichts der etwa 250.000 Menschen, die die Auslaufparade zwischen Baumwall und Landungsbrücken verfolgten, beeilten wir uns mit dem Nachhausekommen. Der Gatte fiel gleich ins Bett und schlief nach Tagen endlich mal wieder fast zehn Stunden tief und fest durch. Anscheinend brauchte der Kerl nur 'ne ordentliche Nase Schiffsdiesel ...

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch

Freitag, 15. September 2017

Ausgelesen: Bücher im August 2017

Momentan bin ich sehr lesefaul, trotz einer Woche Zwangspause durch eine Krankschreibung. Dafür stricke ich viel, und da sich das dusselige Burn Out gerade mal wieder sehr bemerkbar macht, lese ich auch kaum noch vor dem Einschlafen, weil mir schnell die Augen zufallen oder ich den Fernseher zum Einschlafen brauche.

Immerhin schaffte ich es, "Hirschgulasch*" von Lisa Graf-Riemann und Ottmar Neuburger zu lesen. Ich hatte das Buch im letzten Jahr zu unserem Urlaub im Berchtesgadener Land schon mal angefangen, dann aber erst mal beiseite gelegt.

Im Klappentext heißt es, das Buch sei "rasant, überraschend und voller Lokalkolorit: eine actionreiche und spannungsgeladene Mischung aus Krimi, Gaunerkomödie und Raodmovie."

Ähm, nein, eher nicht. Ich musste mich ziemlich durchbeißen, weil viele Passagen einfach sehr langatmig sind, es viele Sprünge gibt. Deswegen fiel es mir auch nicht schwer, das Buch mal eben ein Jahr aus der Hand zu legen und erst wieder reinzuschauen, als mich mangels Urlaubs dort die Sehnsucht nach dem Berchtesgadener Land überkam.

Das Autorenduo Graf-Riemann / Neuberger nimmt sich viel Zeit, in die Handlung einzuführen. Das Buch beginnt in Kiew, bei Luba, die mit ihrem Motorrad durch die verbotene Zone von Tschernobyl fährt, um ein altes Ehepaar mit Medikamenten zu versorgen.

Als der Mann, ein ehemaliger Zwangsarbeiter in Berchtesgaden, stirbt, erbt Luba eine Schatzkarte. Gemeinsam mit Wiktor, der davon lebt, in der verbotenen Zone Hubschrauberwracks auszuschlachten und die Ersatzteile zu verhökern, und der Historikerin Marjana macht sie sich nach Berchtesgaben auf, um den Schatz zu bergen, der in den letzten Tages des Kampfes um den Obersalzberg versteckt wurde.

Um ihre Abenteuerreise nach Oberbayern zu finanzieren, lassen sich die drei als Falschgeldkuriere anheuern. Weil sie den Erlös aus dem Blütendeal nicht ordnungsgemäß abliefern, setzt die geprellte ukrainische Mafia einen Berufskiller auf sie an.

Aber nicht nur das: Nach dem tödlichen Absturz eines russischen Höhlenkletterers sind dem Trio auch die Schönauer Kommissarin Magdalena Morgenroth und ihr Kollege vom LKA München auf der Spur. Dann gibt es einen zweiten Todessturz im Sinkwerk des Berchtesgadener Salzbergwerks.

Ich musste mich jetzt nicht durch das Buch quälen, aber es ist nicht so, dass mich das Buch so gefangen nahm, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte. Mein Strickzeug war definitiv fesselnder.

Im Anschluss las ich "Rehragout*" vom gleichen Autorenduo. Marjana, Luba und Wiktor kehren ein Jahr später zurück nach Berchtesgaden, um im ganz großen Stil noch mehr Nazi-Gold aus dem verborgenen Stollen im Hohen Göll zu holen, unterstützt von Jurij, einem ukrainischen Mafioso, der im ersten Band das Trio als Falschgeldkuriere anheuerte und nun den unterschlagenen Teil des Erlöses haben möchte. Hauptkommissarin Leni Morgenroth wird auf das Trio aufmerksam, als sie von einer Auszeit auf einer Alm ins Tal zurückkommt.

Auch wenn "Rehragout" in sich abgeschlossen ist, ist es doch ganz gut, dass ich es unmittelbar im Anschluss an "Hirschgulasch" las. Sonst hätte ich bei manchen Bezügen Verständnisprobleme gehabt.

Wie im ersten Teil gibt es viel Lokalkolorit, aber auch Sprünge in Zeit und Handlung. Ansonsten gilt das Gleiche, was ich zu "Hirschragout" schrieb: Mein Strickzeug fesselte mich mehr.

Auf der Seite der Osteuropahilfe gibt es eine sehr eindrucksvolle Fotostrecke zur verbotenen Zone, ebenso auf dieser SRF-Seite.

Zwischendrin las ich auch immer wieder im Prag-Reiseführer* - schließlich steht demnächst eine Kurzreise in die tschechische Hauptstadt an.

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Donnerstag, 14. September 2017

RUMS 37/17: Gehäkeltes Kleid aus Schachenmayr Catania in Plus Size [Damen-Kleid, S9462A / Plus Size]

Als ich dieses Kleid sah, wusste ich, das muss ich haben. Ich gebe zu, ich bin (nicht nur) modisch einfach in den Achtzigern hängengeblieben. Ich stehe auf Türkis und Netz. Blöd nur, dass es das Kleid nicht in meiner Größe gibt und ich nicht häkeln kann.

Das Häkelkleid fährt Fahrstuhl.
Dann aber dachte ich mir, Baumwolle ist strapazierfähig, ich ribble also notfalls alles so lange wieder auf, bis es passt, und dass in der Schule aus meinen quadratischen Topflappen immer dreieckige wurden, heißt ja nicht, dass ich 40 Jahre später immer noch nicht häkeln kann. Schließlich schaffte ich es kurz nach der Schule auch, eine runde Filetdecke zu häkeln, ohne dass sie dreieckig wurde.

Rechtzeitig zum Juni-Urlaub bestellte ich mir also das Garn, und als sichergestellt war, dass das wlan im Ferienhaus stabil ist, um notfalls Häkelfreundinnen zu Hilfe rufen zu können, legte ich los. Nach knapp zwei Wochen hatte ich die Vermutung, das Kleid könnte doch ein wenig zu schmal für mich sein. Ich kam auf die Idee, es auf ein gut passendes Kleid zu legen, und siehe da, ich hatte Recht.

Tscha, irgendwie fehlen da doch ein paar Zentimeter.
 Ich habe die fehlenden Zentimeter dann kurzerhand angehäkelt.

Das Anhäkeln klappt gut. Beim fertigen Kleid sieht man nichts davon.
Ich weiß seit Jahren nicht mehr, welche Konfektionsgröße ich kaufe, was weniger daran liegt, dass ich immer fetter werden, sondern daran, dass Hersteller die Konfektionsgrößen oft ändern. Früher konnte ich bei einigen Herstellern Teile unbesehen kaufen und wusste sie passen. Heute unterscheidet sich die gleiche Größe bei einem Hersteller manchmal in bis zu fünf Zentimetern.

Die Ärmel werden angehäkelt.
Deswegen kann ich nur vermuten, dass ich das Häkelkleid statt in Größe 46/50 in Größe 56 strickte. In Zentimetern ausgedrückt: Ich arbeitete die Anleitung so um, dass ein Kleid mit ca. 81 cm einfacher Breite und 96 cm Länge entstand. Dafür schlug ich 248 M an, was 62 Karos ergibt. Insgesamt ist das Kleid 63 Karos lang. Nach 42 Karos begann ich mit den Ärmeln, die ich wie für Größe 46/50 angegeben arbeitete. Beim Vorderteil begann ich nach 56 Karos mit dem Halsausschnitt, den ich über die mittleren 10 Karos arbeitete. Die Abnahmen machte ich dann wieder wie in der Anleitung beschrieben.

Das Kleid trocknet.
Insgesamt verhäkelte ich 20 Knäuel à 50 g mit Häkelnadel 3 - anhand der Maschenprobe hatte ich vorher einen Bedarf von 18 Knäuel ausgerechnet, lag also nicht so falsch. Was ich ganz klar noch üben muss, ist der Anschlag, denn obwohl ich eine dünnere Nadel nahm, ist der lockerer als der Rest und wellt sich. Ich werde bald Gelegenheit haben, das zu üben, denn das Material für diese Tasche liegt schon bereit.

Dieser Beitrag geht rüber zu RUMS, zu Frau Häkeline und - quasi in letzter Minute - zu den Liebsten Maschen

Die Anleitung aus dem Heft "Moments 012" gibt es u.a. direkt bei Schachenmayr zu kaufen.

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Montag, 11. September 2017

Strand-Impressionen aus Agger (Dänemark)

Von unserem Ferienhaus aus erreichten wir die Nordsee in Agger nach einer kurzen Rad- oder Autofahrt. Die Radwege rund um Vestervig sind meistens asphaltiert und lassen sich sehr gut fahren. Selbst dort, wo es nur einen schmalen Streifen an der Straße gibt, fahre ich gerne Rad, denn anders als in Hamburg nehmen die dänischen Autofahrer Rücksicht auf Radfahrer.

Wellen brechen sich an einer Mole.
Strand.
Das Örtchen Agger liegt an der westlichen Einfahrt in den Limfjord und hat etwa 400 Einwohner. Als wir im Juni dort waren, waren noch kaum Touristen da, waren De Sorte Huse ("Die schwarzen Häuser") und das Fischereimuseum noch geschlossen. Uns stand ohnehin der Sinn mehr nach Strand.

Strand.
Strand.
Agger hat Dänemarks längsten Behindertenpfad, ein befestigter Weg, der vom Strand weg entweder ins Naturschutzgebiet Agger Tange oder zum Leuchtturm nach Lødbjerg führt. Für alle, die nicht so gut zu Fuß sind, Rollstuhl oder Rolator nutzen oder Kinderwagen schieben, ist das wunderbar, und auch wir freuten uns über einen einfach zu erreichenden Strand (in Holmsland Klit müssen ja erst mühselig Dünen bezwungen werden, um zum Strand zu gelangen).

Blick über Strand und Behindertenpfad Richtung Agger Tange.
Eine der Figuren von Jens Erik Jeldsen.
So ruhig und beschaulich Agger wirkt, so viele Überraschungen hält der Ort auch bereit: Es gibt viel Kunst, Kultur und Musik. Im Mai findet das Heavy-Metal-Festival statt, im Sommer das Musikfestival "Cold Hawaii" und das Hafenfest. Es gibt Kirchenkonzerte, außerdem trifft man sich zum Singen am Strand, Künstler und Kunsthandwerker wollen entdeckt werden ...

Am Strand.
Blick auf's Meer.
Vor zwei Jahren gab es ein Skulpturenfestival mit internationalen bildenden Künstlern. Einer der Künstler ist Jens Erik Kjeldsen. Die Werke des Grönländers, der überwiegend mit Lemvig-Granit arbeitet, schmücken den Behindertenpfad am Strand. Mir machte es Spaß, immer mal wieder einen Blick auf die Figuren zu werfen.

Kunst an der Mole.
Blick auf's Meer: Denkmal für die Fischer und ihre Familien.
Wie gesagt: Als wir Anfang Juni in Agger waren, war es noch sehr ruhig, hatten wir den Strand phasenweise für uns ganz alleine. Nach dem Strandspaziergang kehrten wir gerne in die Vesterhavshytten auf ein Eis oder einen Hotdog ein, und auf der Heimfahrt hielten wir gerne beim købmand.