Samstag, 21. Januar 2017

Samstagsplausch: Ein schmuckes Schlaganfällchen

Alfred Kerr, ein von den Nazis vertriebener Schriftsteller, den heute leider nur noch wenige kennen, schrieb: „Man stirbt einen Tod und weiß nicht welchen, vielleicht ein schmuckes Schlaganfällchen.“ Nachdem er mehrere Schlaganfälle erlitt und ihm die Sprache zu entgleiten drohte, setzte er seinem Leben mit Schlaftabletten ein Ende.

In der letzten Woche in der Nacht von Sonntag auf Montag versagen Mudderns Beine zum ersten Mal. Montag geht sie zum Hausarzt, der befindet, alles wäre in Ordnung. Abends befindet Mudderns, sie fühle sich mit einem Rollator sicherer. Sie will am nächsten tag zum Arzt, damit der ihr einen verschreibt. Wir wollen am nächsten Tag wieder telefonieren.

Dienstag kann Mudderns kaum gehen und nimmt deswegen ein Taxi. Der Arzt befindet, ein Rollator sei unnötig, verschreibt ihr auf ihren Wunsch hin aber einen. Mudderns geht zu Fuß nach Hause.

Am frühen Nachmittag bekam ich einen panischen Anruf von ihren Nachbarn: Sie sei gestürzt, die Polizei habe die Tür aufgebrochen und die Feuerwehr fahre sie gerade ins Krankenhaus. Ich schaffte es noch, mein Telefon zu den Kolleginnen umzustellen, bevor ich im Laufschritt das Büro verließ. Die Info, dass ich ins Krankenhaus zu meiner Mutter führe, erhielten Chefs und Kolleginnen, während ich schon halb im Aufzug steckte.

Im Krankenhaus wurde ich erst mal ausgebremst. Die Notaufnahme ist nämlich total abgeschottet, Angehörige haben keinen Ansprechpartner, müssen in einem (wirklich kommod ausgestatteten) Flur warten, bis man sie aufruft. Okay, ich habe Verständnis, dass man sich um die Notfälle kümmert, aber das Prinzip "Melden Sie sich nicht bei uns, wir melden uns bei Ihnen" leuchtete mir nicht ein, denn wie soll man jemanden aufrufen, von dem man gar nicht weiß, dass er da ist?!

Nach einer halben Stunden verschaffte ich mir Zutritt, indem ich hinter einer Schwester durch die Tür schlüpfte. Ich war bereit, die ganze Nacht auf dem Flur auszuharren, wenn man nur meiner Mutter ausrichtet, dass ich da bin. Das machte ich einer ausgesprochen unfreundlichen Schwester ausgesprochen freundlich klar - in solchen Situationen steigt der Grad meiner Freundlichkeit proportional zum Grad der Unfreundlichkeit meines Gegenübers.

Schließlich konnte ich Mudderns sehen. Sie konnte sich nicht bewegen, aber sprechen. Sie bestand darauf, dass alles in Ordnung und sie kerngesund sei, sich niemand erklären könne, warum sie ins Krankenhaus gekommen sei.

Nun ja.

Den Abend verbrachte ich damit, zu ihr nach Hause zu fahren, den Schaden an der Tür zu begutachten, die Nachbarn zu beruhigen (die sind um die 80, wie Mudderns, waren mächtig in Sorge und aufgeregt), ein paar Sachen für's Krankenhaus zu packen, die Nachbarn wieder zu beruhigen, den Schlüssel von der Polizei zu holen, dafür zu sorgen, dass Mudderns im Krankenhaus Telefon bekommt, wieder in die Notaufnahme zu gelangen und Mudderns klar zu machen, dass sie die Nacht über im Krankenhaus bleiben muss.

Spät abends war ich wieder zu Hause, fiel ins Bett, stand sehr früh wieder auf, ging zum schon länger vereinbarten Augenarzttermin, erfuhr, dass ein Auge dringend gelasert werden müsse, wenn ich es nicht verlieren wolle, beschied, das Auge müsse durchhalten, bis feststehe, was mit Mudderns sei, brachte im Büro einen Empfang über die Bühne, ignorierte, dass meine Chefs mich für arbeitsunfähig hielten, fuhr ins Krankenhaus, fand Mudderns in die Stroke Unit verlegt vor, wo sie mir erklärte, sie habe drei Hirnschläge gehabt und sei jetzt ein Pflegefall, die Ärzte stünden aber vor einem Rätsel, weil sie doch kerngesund sei, sah bei ihr zu Hause nach dem Rechten, fuhr zu mir nach Hause, brachte die Nachbarn telefonisch auf den aktuellen Stand und klappte zusammen.

Donnerstag hatte der Gatte frei und konnte mich fahren, alleine hätte ich das nicht geschafft. Er sorgte dafür, dass Mudderns Haustür wieder ein Schloss bekommt und dass ich nicht vollends zusammenklappe. Im Krankenhaus konnte ich endlich mit einer Ärztin sprechen. Diagnose: leichter Schlaganfall, Ursache unbekannt, Beeinträchtigung der linken Körperhälfte, eine Woche Krankenhaus, dann drei Wochen Reha, aber von einem Pflegefall sei Mudderns weit entfernt.

Gott sei Dank.

Ich konnte der Ärztin sagen, dass Mudderns ihre Tabletten gegen Bluthochdruck und zu hohes Cholesterin seit Jahren nicht oder nur unregelmäßig nimmt, egal, was sie behauptet. Das war den Ärzten so noch nicht klar, aber es war schon nach anderthalb Tagen erstaunlich, wie sich Mudderns durch die Einnahme der ihr verschriebenen Medikamente veränderte - im Krankenhaus ist es schwerer, die Einnahme zu umgehen.

Dennoch: Mudderns beharrte darauf, dass sie kerngesund sei; dass ein Blutdruck von 180:80 im Liegen normal sei; dass hoher Blutdruck eine Verschwörung der Pharmaindustrie, die Geld verdienen will, ist; dass ihre Herzrhythmusstörungen von einem zu langen Darm kommen, der auf das Herz drückt, wenn sie etwas isst oder trinkt, dass sie gegen alle Medikamente allergisch ist und überhaupt seien ja alle Ärzte und Pfleger Ausländer.

Freitag wurde Mudderns von der Stroke Unit in die Neurologie verlegt, wo sie bleiben soll, bis sie in die Reha kommt. Dahin will sie aber gerade partout nicht, denn der Name der zu erst angedachten Klinik ist so ähnlich wie der Name eines Altenheimes - es dauerte, bis sie begriff, dass sie niemand in ein Altenheim abschieben will, sondern dass sie in der Reha fit gemacht werden soll, wieder selbstständig zu Hause zu leben.

Sonnabend schlief ich das erste Mal wieder drei Stunden am Stück. Mehr Schlaf sollte es auch in den nächsten Tagen nicht geben. Dafür kann ich inzwischen ganz hervorragend im Stehen an Krankenhaus- oder Klinikwänden gelehnt sehr kurz sehr tief schlafen.

Sonntag kann ich Mudderns immerhin schon mal bewegen, das Bett zu verlassen und bis in die Besucherecke zu gehen.

Montag bitte ich meinen Arzt um ein Beruhigungsmittel. Ich bekomme wegen der Netzhautablösung keins, denn das weitet die Pupille. Er kommt zu dem Ergebnis, dass ich momentan nicht arbeitsfähig bin, und ich frage mich, warum Bachblüten-Notfalltropfen eigentlich nicht in Literflaschen verkauft werden.

Dienstag bin ich rechtzeitig zur Visite im Krankenhaus und katapultiere Mudderns von Phase C (Stabilisierung) in Phase D (Patient mobilisiert, selbstständig, ganztägig kooperationsfähig), weil der Sozialdienst noch nicht mitbekam, dass sie schon seit Sonnabend wieder alleine aufstehen, ins Bad usw. kann. Wenn frau sich in Flügelhemd und Windel wohler fühlt als mit 'nem flotten Schlafanzug, und der Überzeugung ist, sie dürfe das Zimmer nicht verlassen, egal, was die Ärzte sagen, fällt das halt nicht auf.

Binnen zweier Stunden hat sie einen Platz in einer Rehaklinik, nachdem wir entschieden, dass sie die Klinik nimmt, die als erstes einen Platz frei hat, weil sie schnell aus dem Krankenhaus heraus möchte. Bestünde sie auf die Klinik in der Nachbarschaft, müsse sie voraussichtlich drei Wochen im Krankenhaus bleiben, bis dort ein Platz frei ist.

Als ich bei Mudderns zu Hause nach dem Rechten schaue, komme ich auf die Idee, mal eben schnell alle Bäder durchzuwischen. Dass das fatal ist, weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Mittwoch ist Mudderns Reha ist wieder obsolet. Die Krankenkasse muss erst durch den medizinischen Dienst prüfen, ob Mudderns eine braucht. Dass das Krankenhaus dieser Auffassung ist, heißt ja nicht, dass die Krankenkasse diese Auffassung teilt. Es scheint, dass Mudderns Freitag nach Hause entlassen wird, ohne Betreuung, die sie braucht.

Natürlich könnte ich bei der Krankenkasse einen Antrag auf Haushaltshilfe stellen. Theoretisch. Praktisch muss erst geprüft werden, ob Mudderns überhaupt berechtigt ist, so einen Antrag zu stellen, bevor man ihn mir mailt. Das geht erst ab 9 Uhr morgen früh wieder. Online gibt es den Antrag nicht (ich habe diesen Antrag übrigens immer noch nicht, denn man darf ihn aus Datenschutzgründen nicht mailen, nur faxen, und ein Fax habe ich nicht, aber das Problem löst sich hoffentlich spätestens übermorgen).

Mudderns mag nicht mehr. Nachdem sie endlich wieder guter Dinge war, ist nun alles wieder dahin. Immerhin: Der Dienstleister für Haushaltshilfen, den mir eine Kollegin empfahl, ist flexibel und kann notfalls am kommenden Montag einspringen. Gott sei Dank können wir die Kosten notfalls auch privat tragen.

Ich nehme mir einen Nervenzusammenbruch.

Donnerstag früh steht fest: Mudderns kann notfalls bis zur Reha im Krankenhaus bleiben. Als ich im Krankenhaus ankomme, schaue ich gleich beim Sozialdienst vorbei. Dort bekam man mittlerweile die telefonische Bewilligung der Krankenkasse für den Rehaplatz. Ich nehme mir spontan wieder einen Nervenzusammenbruch.

Nachdem ich Mudderns wieder aufgebaut habe, sie mit Hilfe eines Physiotherapeuten und sanfter Erpressung endlich aus Flügelhemd und Windel bekam, gucke ich bei ihr zu Hause nach dem Rechten und will ihren Koffer für die Reha packen. Mein Nur-mal-kurz-durchwischen vom Dienstag zeigt Folgen: Eine Toilette ist undicht, das Wasser schon aus dem Bad in den Flur Richtung Treppenhaus gelaufen, nur durch Auslegeware gebremst.

Klar ist: Ein Klempner muss her. Dringend. Nur: Mudderns hat kein auffindbares Telefonbuch, und mein Smartphone samt Internet liegt in Hamburg. Es ist Mittagsschlafenszeit, Nachbarn abklappern fällt also aus, und meine Freundin, die in der gleichen Stadt wie Mudderns lebt, arbeitet.

Also rufe ich ganz klassisch bei der Auskunft an. Dort gibt man mir genau eine Nummer eines Klempners. Der ist schon in Pension. Ich frage ihn, ob er einen Kollegen empfehlen kann. Er kramt nach einer Visitenkarte, die mich schließlich zu MSH Haustechnik führt. Bei meinem panischen Damsel in Distress-Anruf stellt sich heraus: Einer der Mitarbeiter und ich kennen uns aus dem Sandkasten. Kleinstadt kann gelegentlich sehr schön sein.

Wir fackeln nicht lange: Während Mudderns in der Reha ist, wird die Toilette repariert. Basta. Der Gatte und ich hatten uns schon vorher überlegt, dass einige Reparaturen in Mudderns Abwesenheit erledigt werden sollen. Manches kann er selbst machen, klempnern nicht. Mudderns regte sich darüber später zwar sehr auf, aber da muss sie durch. Dass sie notwendige Reparaturen schleifen lässt, sorgte schon öfter für Konflikte.

Wieder zu Hause, kann ich endlich einen Termin zum Lasern meiner Netzhaut machen. Dienstag ist es so weit. Ich habe Angst, denn die letzten OPs vor 16 Jahren verliefen gelinde gesagt suboptimal, aber es nützt ja nichts.

Gestern fahre ich Mudderns in die Reha. Dort angekommen, ist erstmal alles doof. Obwohl alle Mitarbeiter um sie bemüht und freundlich sind, will sie nach Hause. Ich kann's verstehen, ich finde die Klinik auch einfach nur grauenvoll, aber es nützt ja nichts. "Nach Hause" steht schlichtweg nicht zur Wahl, sondern Reha oder Krankenhaus.

Bei der Eingangsuntersuchung zeigt sich, Mudderns Herzfrequenz ist plötzlich so hoch, dass sie nicht therapierbar ist. Die Ärztin entscheidet, zu versuchen, die Herzfrequenz bis Montag mit Tabletten zu senken. Klappt das nicht, muss Mudderns zurück ins Krankenhaus.

Außerdem bekommt sie einen Rollator, damit sie sicherer geht. Den hat sie sich vor zwei Wochen noch gewünscht. Vor ein paar Stunden erst wollte sie noch, dass ich das Rezept dafür, das in ihrer Handtasche ist, einlöse, damit es nicht verfällt. Jetzt will sie ihn nicht mehr, weil: Sie kann doch gut gehen.

Ich möchte mich brüllend auf den Boden werfen und mit Fäusten und Füßen trommeln.

Als ich schließlich spätnachmittags nach Hause fahre, habe ich ein schlechtes Gefühl. Ich telefoniere noch mehrmals mit Mudderns, deren Herzfrequenz dank überwachter Tabletteneinnahme bis zum abendlichen Messen schon ein wenig sank. In der Nacht schlafe ich unruhig, habe Albträume, bin froh, als ich Mudderns vormittags sofort telefonisch erreiche. Die Herzfrequenz ist normal. Endlich.

Bevor mein Körper den permanenten Panikmodus abschaltet, wird es sicher noch lange dauern.

Dieser Beitrag geht zum Samstagsplausch bei Frau Karminrot. Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und einen guten Wochenstart.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Sieben Sachen Sonntag KW 2/17: Krankenhaus

#1: Fette Frau fährt Fahrstuhl.
#2: Mudderns wird in der Reha die mit den flottesten Turnschuhen sein.
#3: Gegen Krankenhauslangeweile und damit Hirn und Hände beschäftigt sind.
#4: Wieder zu Hause, tischt der Gatte Nervennahrung auf.
#5: Der Ärmelschal bekommt den ersten Ärmel.
#6: Mit Telefonen ins Bett und hoffen, das beide ruhig bleiben.
#7: Kurzer, vergeblicher Versuch, wenigstens eine Seite in "Mord im Anzug*" zu lesen.
Dieser Beitrag geht rüber zum Sieben Sachen Sonntag.

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Mittwoch, 11. Januar 2017

Blogpause. Aus Gründen.

Manchmal überstürzen sich die Ereignisse. Hier geht es erst mal nicht weiter.

Passt auf Eure Lieben auf.



Samstag, 7. Januar 2017

Samstagsplausch KW 1/17: Déjà-vu

Wir starten spät in den heutigen Sonnabend und beschließen, wegen des Glatteises zu Hause zu bleiben. Der Winterdienst des Vermieters fiel wie üblich aus, die Gehwege sind spiegelglatt. Ich bin zudem erschöpft von der Bürowoche, die ausgesprochen unangenehm begann, habe lange geschlafen. Die aktuelle Kollegin II entwickelt nämlich genau so viel Mobbingpotential wie ihre Vorgängerin - oder vielleicht liegt's an mir, bin ich einfach nicht Kollegin-II-kompatibel, egal, wer gerade auf dieser Position arbeitet.

Jedenfalls hatte sie vergessen, dass es die Absprache gibt, dass zwischen Weihnachten und Silvester nur sie im Büro ist, Kollegin I und ich frei haben, und dass das Büro nur sieben Stunden statt zehn Stunden besetzt ist. Es ist in der Zeit sehr ruhig, man kann gut Überstunden abbauen oder den Schreibtisch aufräumen, es sind Ferien und maximal zwei Chefs da, also nichts, wozu man zwei oder gar drei Sekretärinnen braucht.

Adventskranzkerzenrecycling.
Ursprünglich sah die Urlaubsplanung vor, dass Kollegin II am 23.12. ihren ersten Arbeitstag nach einem langen Urlaub hat, die Übergabe mit Kollegin I und mir macht, aber auch das hatte sie beim Hin und Her mit ihrem Urlaub vergessen. Sie buchte so, dass sie erst am 27.12. wieder im Büro war. Kollegin I wies sie auf die Absprache hin, aber sie negierte, dass es diese Absprache gab. Kollegin II irrt sich schließlich nie.

Da ich wusste, dass der Gatte im Januar auch Urlaub nehmen könnte, lenkte ich ihr gegenüber ein, zwischen Weihnachten und Silvester zu arbeiten. Mir war's egal, ich wollte nur gemeinsame Zeit mit dem Gatten, und die ist im Januar genauso schön wie im Dezember.

Als die Chefs realisierten, dass ich anders als abgesprochen nun doch zwischen Weihnachten und Silvester arbeiten werde, schritten sie ein und schickten mich in den Urlaub, weil: Es war ja so abgesprochen.

Einfach einen Platzteller mit etwas Alufolie schützen und die Kerzen darauf stellen.
Da ich schon ahnte, dass es Probleme mit Kollegin II geben würde, die sich ja darauf versteifte, es wäre abgesprochen, dass wir beide Dienst hätten, hinterließ ich ihr eine Nachricht mit dem Angebot, mich jederzeit anzurufen, wenn sie Verstärkung braucht, auch wenn's nur ein paar Stunden sind, und meiner Mobilnummer.

Kollegin II war allerdings so im Wahn, dass sie im Recht ist, was Urlaubsplanung und Absprachen betrifft, und dass alle anderen im Unrecht sind, so dass sie mein Angebot nicht annehmen konnte. Stattdessen arbeitete sie angeblich jeden Tag zehn Stunden durch und gibt nun mir die Schuld daran. Dass ich darauf mit "Sorry, wenn du mein Angebot nicht annimmst, ist das selbstverschuldetes Unglück!" reagierte, deeskalierte nicht ...

Im Büro ist also seit Jahresbeginn schlechte Stimmung mit feinster Schikane seitens Kollegin II. Gestern stellte sich heraus, dass Kollegin II eine Freundin hat, die sie gerne auf meiner Position sähe. Das erklärt ihr Verhalten mir gegenüber.

Ich habe tatsächlich meinen Weihnachtsmann noch nicht aufgegessen.
Da wir seit einem Vierteljahr regelmäßig aneinander geraten, habe ich meinen Chef informiert. Ihm fiel bereits auf, dass sich Kollegin II seit einiger Zeit im Ton vergreift, nicht nur mir gegenüber, sondern gegenüber allen, Chefs inklusive. Es wird einige Gespräche geben (das erste war gestern nach meinem Feierabend). Ich habe ein Déjà-vu, auf das ich gut verzichten könnte, machte ich das alles doch schon mit ihrer Vorgängerin durch.

Ein paar schöne Momente gab's diese Woche aber auch. Unter anderem kam mir endlich eine Idee für die Reste der Adventskranzkerzen, die ich jedes Jahr übrig habe. Bislang nahm ich sie im Sommer für Windlichter, aber trotzdem hatte ich immer noch welche übrig.

Jetzt, wo wir einen neuen Wohnzimmer-Fernseher haben und ich dort gerne abends auf dem Sofa sitzend stricke, brauche ich auch im Winter viele Kerzen. Windlichter finde ich gerade doof, also nahm ich einen Platzteller, stellte den auf einen Tortenständer, nahm etwas Alufolie, in die ich einen runden Rand knetete, als Schutz - fertig.

Dieser Beitrag geht zum Samstagsplausch bei Frau Karminrot. Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und einen guten Wochenstart.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Sieben Sachen Sonntag KW 52/16: Neujahr

Ein glückliches, gesundes neues Jahr! Ich hoffe, Ihr seid alle gesund und munter rübergekommen.

#1: Der Rest vom Fest.
Bei uns war's ruhig. Chaotisch wurd's einzig durch die Deppen, die stundenlang den Citytunnel, also die S-Bahn-Verbindung zwischen Altona und Hauptbahnhof blockierten, weil sie auf den Gleisen herumlaufen mussten. Außerdem gab's bei uns in der Straße einen Polizei- oder Feuerwehreinsatz, wodurch kein Bus fuhr, was wir zufällig durch nette Passanten erfuhren, denn Durchsagen / Infobänder gibt's bei uns draußen auf dem Acker nicht, und der VHH-Twitterservice war nachts auch nicht mehr im Dienst. Ein Taxi ist gegen ein Uhr nachts natürlich auch nicht zu bekommen. So brauchte unser Besuch für den normalerweise einstündigen Heimweg mal eben zweieinhalb Stunden ....

#2: Spülmaschine aus- und sofort wieder einräumen. 
Da ich nicht wirklich hätte schlafen können, solange der Besuch noch unterwegs ist, kam ich erst gegen halb vier statt gegen ein Uhr ins Bett, schlief Neujahr entsprechend lange und hing den Rest des Tages in den Seilen.

#3: Die Tischdeko wird neu arragiert. Oben sind Mutzenmandeln zu sehen.
Während der Gatte das Frühstück zubereitete, machte ich im Esszimmer klar Schiff.

#4: Teepause. Ich lese gerade "Mord in der Mangle Street*".
Der Rest des Tages war sehr entspannt. Abends ging's zum Neujahrsessen zu Schwiegermutter. Ich war rechtzeitig zum Krimi wieder zu Hause, der Gatte blieb länger dort.

#5: Neujahrsessen.
Ich lag mit Pansenlähmung auf dem Sofa und strickte an meinem Ärmelschal. Der ist im Vergleich zum ersten Weihnachtstag schon auf die Hälfte der Länge angewachsen, Urlaub sei Dank.

#6: Stricken.
Bevor ich ins Bett plumpste, schnibbelte ich schnell noch Obst für Infused Water für den nächsten Tag. Nach der Völlerei an Silvester und Neujahr freue ich mich auf frisches Obst und bilde mir ein, das Aromawasser hat wirklich einen entschlackendes Detox-Effekt.

#7: Die Flasche für das Infused Water vorbereiten.
Dieser Beitrag geht rüber zum Sieben Sachen Sonntag bei Frau Grinsestern. Die Rezepte zu den Bildern gibt es in der Kombüse.

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