Samstag, 24. Juni 2017

Sieben Sachen Sonntag KW 24/17

Mir steckt noch die Rückfahrt aus dem Dänemark-Urlaub in den Knochen: Statt am Sonnabend Morgen fuhren wir schon Freitag Mittag gen Hamburg, damit es weder stressig wird.

#1: Tee und Törtchen auf der Terrasse.
Wir hatten die Pläne ohne die A7-Bauer gemacht: Ab Grenze standen wir vier Stunden im 20-km-Stau, weil diese Vollpfosten auf die Idee kamen, die Autobahn voll zu sperren, um einen Abschnitt bei Schleswig neu zu asphaltieren.

#2: Die Wäscheberge nach dem Urlaub bezwingen.
Klar, die Arbeiten sind notwendig, aber warum zum Henker stellt man dann eine Abfahrt vorher keine Schilder auf mit einem Hinweis auf die Vollsperrung und der Empfehlung, die Autobahn jetzt zu verlassen?!

#3: Das kleine braune Hundevieh verwöhnen.
So waren wir geschmeidige 12,5 Stunden für 500 km unterwegs, und ich brauchte auch noch den Sonntag, um mich davon zu erholen. Der Tag beginnt entsprechend spät.

#4: Spargelessen, zum letzten Mal in dieser Saison.
Ich schlafe bis mittags, und der Nachmittagstee ist quasi mein Frühstück. Abends geht's dann zu Schwiegermutter zum Spargelessen.

#5: Fliederbeerblütensirup ansetzen. Ich habe aus den Knicks rund um Ferienhaus ein paar Blüten mitgebracht.
Wieder zu Hause, muss ich mich beeilen, dass ich noch alles schaffe, was ich mir für Sonntag vornahm, denn am nächsten Tag muss ich ja wieder ins Büro. Aus den Fliederbeerblüten soll noch Sirup werden, Erdbeeren müssen geputzt werden ...

#6: Sonntagswein trinken und eine Postkarte an Marvin schreiben.
Wie gut, dass mich der Kieler Tatort nicht interessiert, auch, wenn ich Axel Milberg und Sibel Kekilli sonst sehr gerne sehe. Aber diese Folge ist mir einfach zu auf- und abgedreht.

#7: Lesen*.
Viel zu spät komme ich ins Bett. Ich quäle mich immer noch durch "Alpenkasper*". Der dritte Band um Kommissar Birne lässt mich aus der Reihe aussteigen: Die Protagonisten bleiben blass, die Handlung lückenhaft, und wenn gerade niemand in die Luft gesprengt wird, wird gesoffen und gekotzt.  Wer's mag ...

Dieser Beitrag geht rüber zum Sieben Sachen Sonntag bei Frau Grinsestern.

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Montag, 19. Juni 2017

#12von12 im Juni 2017

Dieses Jahr machten wir in den ersten beiden Juniwochen Urlaub. Das ist nicht unsere übliche Urlaubszeit, aber es ergab sich so. So verbrachten wir also den 12. des Monats in Thy, nördlich des Limfjords. Hier sind 12 Impressionen für das monatliche Blog-Event bei Caro von Draußen nur Kännchen.

#1: Zum Wachwerden ein paar Runden schwimmen. 
#2: Frühstücken.
#3: Ausfahrt. Zum ersten Mal darf unser Hoptimist* mit dabei sein. 
#4: Ab ins Museum.
#5: Nach dem Museumsbesuch erstmal 'n büschen die Füße vertreten.
#6: Mit der historischen Munitionsbahn durch Bunker fahren.
#7: Nach dem Museumsbesuch noch schnell etwas für Tee und Abendessen einkaufen.
#8: Zum ersten (und einzigen Mal) gibt's in diesem Urlaub jordbærtærte med creme. Im Urlaubsort gab's keinen Bäcker, und beim købmand waren wir meistens erst abends, wenn das frische Backwerk schon aus war.
#9: Postkarten schreiben.
#10: Ins Kaminfeuer gucken. Eigentlich dachte ich, Anfang Juni bräuchten wir kein Haus mit Kamin, aber es war eine gute Entscheidung, eines zu buchen, das einen hat.
#11: Stricken und fernsehen. Eigentlich wollte ich wie Anikó die Anime auf arte gucken, aber den Sender konnten wir nicht empfangen.
#12: Vor dem Einschlafen noch etwas lesen. In "Alpenkasper*" komme ich nur schwer rein, also lese ich den Spiegel der Vorwoche.
Das war also der 12. Juni. Ist es nicht unglaublich, dass das halbe Jahr schon wieder rum ist?!

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Samstag, 17. Juni 2017

Samstagsplausch KW 24: 1000 Ting in Bedsted (Dänemark)

In den vergangenen beiden Wochen waren der Gatte und ich in Dänemark, in Thy, nördlich des Limfjords, eine für uns bislang unbekannte Region. Ich brauchte mal Abwechslung vom Ringkøbingfjord, zum Leidwesen des Gatten, der die Gegend dort sehr mag.

Da ich dazu neige, jeden Fitzel bedrucktes Papier zu lesen, arbeitete ich mich natürlich erstmal durch die Infobroschüren, die im Ferienhaus auslagen. "Du, hier gibt es einen Wollladen, der damit wirbt, das größte Angebot der Gegend zu haben", unterrichtete ich den Gatten. "Und? Willste da hin?" "Hm, mal schauen, ob es sich ergibt ..."

In den nächsten Tagen kamen wir tatsächlich immer mal wieder an dem Laden vorbei, und am letzten Tag hatte ich dann endlich eine Idee für Projekte, für die ich nach Garn Ausschau halten könne. Ich kaufe nämlich nicht auf Verdacht Garn, da ich zum Horten neige.

Wolle für einen Ärmelschal und Filzpuschen.
Also auf zu 1000 Ting! Der Laden führt wirklich tausend und mehr Dinge, darunter eine riesige Wollauswahl. Ich war ziemlich geflashed, denn hier auf meinem Acker am Hamburger Stadtrand finde ich diese Auswahl nicht, dafür aber in einem Ort mit kaum 900 Einwohnern ... Und: Ich habe hier zum ersten Mal kontaktlos mit meiner Kreditkarte bezahlt. Bislang wusste ich gar nicht, dass das geht, geschweige denn, wie ... Aber kaum biste in der dänischen Pampa, funzt Technik, die in der Möchtegern-Metropole manchen Laden vor unmögliche Herausforderungen stellt.

Gekauft habe ich schließlich zwei Knäule Toledo für einen Ärmelschal für mich (die Farben sind so toll, dass ich noch viel mehr Knäuel hätte kaufen können ...) sowie Fritidsgarn für Filzpuschen für Mudderns und mich. Bei dem Fritidsgarn hätte ich mich auch dusselig kaufen können, aber ich fand inzwischen einen Laden in Hamburg, der das Garn führt und verschickt (Öffnungszeiten kleiner Geschäfte und meine Arbeitszeiten, ein leidiges Thema ...).

Ich freue mich schon darauf, mein Souvenirgarn zu verarbeiten. Aber erstmal muss ein Häkelkleid fertig werden. Erwähnte ich eigentlich schon mal, dass ich gar nicht häkeln kann?!

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Frau Kaminrot.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Rezension: "Slow Travel. Die Kunst des Reisens" von Dan Kieran

Als ich noch regelmäßig zwischen Deutschland und dem Nahen Osten pendelte, empfand ich Reisen oft als barbarisch. Es dauerte immer Tage, bis meine Seele auch am Zielort ankam. Ich verbrachte Wochen damit, einfach nur in einem Dauer-Dämmerzustand zu funktionieren.

Ich lernte, dass der kürzeste Weg von Eilat nach Damaskus über Tel Aviv, Hamburg (um mal eben den Pass gegen einen ohne israelische, aber mit syrischen Visa zu tauschen), Amsterdam und Amman führt und zwei Tage dauert (zumindest, wenn sich für die 550 km keine Armee in Bewegung setzt, sondern eine Zivilistin).

Fliegen war wie Straßenbahnfahren. Ich habe Flugangst, und ich hatte jahrelang Angst vor Straßenbahnen (fragt nicht).

Aber ohne Fliegen hätte ich nicht arbeiten können, also musste ich da durch. Gleichzeitig begann ich, von einer Reise im roten Fiat Panda von Hamburg nach Jerusalem zu träumen. Der Jugoslawien-Krieg kam dazwischen. Der Jugoslawien-Krieg blieb nicht der einzige auf der Route, und der Panda ist auch schon längst im Autohimmel.

Jemand wie Dan Kieran*, der aufgrund seiner Flugangst neue Wege des Reisens findet, hat bei mir also leichtes Spiel. In "Slow Travel. Die Kunst des Reisens*" legt Kieran seine persönliche Philosophie des entschleunigten Reisens dar.

Für Kieran ist Urlaub machen nicht mit Verreisen gleichzusetzen. Er bevorzugt eine selbstbestimmte, unorganisierte, abenteuerlustige Form des Reisens und lernt so mehr über Land und Leute, als es jeder (Pauschal-)Tourist vermag.


Das Buch ist allerdings kein Reiseführer oder ein Anweisung für entschleunigtes Reisen, sondern enthält persönliche Betrachtungen, Erlebnisse und Anekdoten. Wer also eine philosophisch-wissenschaftliche Abhandlung erwartet, wird nur wenig Freude an dem Buch haben.

Stattdessen gibt es Einblicke in Kierans Gedankenwelt und Leben. Gelegentlich ist es etwas langatmig geschrieben, weswegen ich das Buch öfter aus der Hand legte. Ein rasantes Erzähltempo darf man also nicht erwarten, aber wie passte das auch zum entschleunigten Reisen?! Wer sich darauf einlässt und zum Nachdenken anregen lässt, wird "Slow Travel" gerne lesen.

Fazit: "Slow Travel" ist kein klassischer Reiseführer, sondern regt dazu an, das eigene Reiseverhalten zu überdenken und sich einfach mal auf einen Urlaubsort oder ein Land einzulassen, abseits des Pauschaltourismus.

Verlagsangaben zum Buch: Dan Kieran / Slow Travel, Die Kunst des Reisens / 224 Seiten / Taschenbuch / Verlag: Heyne / Originaltitel: Idle Traveler / Aus dem Englischen von  Yamin von Rauch /  ISBN: 978-3-453-41797-7 / € 9,99

 Hier geht's zur Leseprobe. Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Montag, 12. Juni 2017

Stolperstein für Edgar Levin in der Spaldingstraße 82

Seit Mitte der 1990er Jahre gehören Stolpersteine, kleine Betonwürfel mit einer Messingplatte, zur Erinnerungskultur an die NS-Zeit. Der Kölner Künstler Gunter Demnig erinnert damit an die letzten Wohnorte von Menschen, die zwischen 1933 und 1945 von Nationalsozialisten ermordet wurden. Zahlreiche Projekte begleiten die Verlegungen, und mittels Datenbanken gibt es Informationen über die Menschen, an die der jeweilige Stolperstein erinnert.

Neben der Erinnerung an die Menschen machen Stolpersteine oft auch deutlich, wie sehr sich eine Stadt veränderte. So mutet es sicher erstmal befremdlich an, vor einem Bürogebäude wie hier in der Spaldingstraße einen Stolperstein zu entdecken. Heute wohnt hier kaum noch jemand, aber bis zum Hamburger Feuersturm 1943 war die Spaldingstraße ein dichtbesiedeltes Wohngebiet.

Blick in die Spaldingstraße, heute eine unwirtliche Gegend.
Das Haus, in dem der Auktionator Edgar Levin ein Vierteljahr bis zu seiner Verhaftung 1938 lebte, stand beispielsweise ganz in der Nähe der Hochbahnhaltestelle Spaldingstraße, an die heute kaum noch etwas erinnert. Es war sicher kein ruhiges Wohnen, aber vermutlich ein preiswertes, denn Levin dürfte wirtschaftlich nicht gut gestellt gewesen sein.

Wo einst das Haus, in dem Edgar Levin lebte, stand, ist heute ein Bürokomplex.
Über Levin, der aus einer kinderreichen Familie kam und neun Geschwister hatte, ist nur wenig bekannt. Er begann 1925, im Alter von 30 Jahren, als selbstständiger Auktionator zu arbeiten. Wie er davor seinen Lebensunterhalt bestritt, scheint unbekannt, aber da Levin schon vor der Selbstständigkeit keine Steuern an die Jüdische Gemeinde abführen konnte, liegt nahe, dass er am Existenzminimum lebte. Levin unterschlug Auktionserlöse und wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Danach scheint er nicht mehr auf die Beine gekommen und nicht mehr erwerbstätig gewesen zu sein.

Nach der Trennung von seiner nichtjüdischen Ehefrau zog Levin im August 1938 von Winterhude über Altona in die Spaldingstraße, wo er zur Untermiete wohnte. Er sollte hier nur ein Vierteljahr wohnen: Am 22. November 1938 wurde Edgar Levin wegen des Verdachts auf "Rassenschande", also der Beziehung zu einer Nichtjüdin, verhaftet. Ob es zu einem Gerichtsverfahren kam, ist unbekannt.

Der Stolperstein ist ziemlich abgetreten, die Inschrift verblasst (hier ist sie besser zu lesen).
Nach fünf Monaten Untersuchungshaft wurde er über das Gefängnis Hamburg-Harburg  in die Strafanstalt Glasmoor bei Norderstedt verlegt. Von hier wies man ihn am 30. Juli 1939 in das KZ Sachsenhausen ein. Die Haftbedingungen waren unmenschlich. Edgar Levin wurde am 24. November 1939 im Alter von 44 Jahren ermordet.

Eine Datenbank mit Biographien der Menschen, für die in Hamburg Stolpersteine verlegt wurden, findet Du hier.

Mittwoch, 7. Juni 2017

Rezension: "Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten" von Rochus Hahn

Student Tim und Lebenskünstler Bullwinkel, beide in ihren Zwanzigern, haben einfach kein Glück bei Frauen – und sie hatten noch niemals Sex. Auf einer Party begegnen sie zwei Stewardessen, die sich für exotische Drogen interessieren. Und für Männer, die den Stoff anbieten.

Die beste Droge der Welt, so finden die Jungmänner heraus, ist Urin von einem Elch, der psychogene Pilze gefressen hat. In der Hoffnung, mittels dieses Zaubersaftes endlich zum ersehnten Sex zu kommen, fliegen Tim und Bullwinkel nach Finnland, um auf eine Elchjagd der besonderen Art zu gehen. Aber wie so vieles im Leben der beiden verläuft nichts wie geplant ...

Der in Frankfurt lebende Mitfünfziger Rochus Hahn legt mit "Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten*" seinen ersten Roman vor. Bislang arbeitete er überwiegend als Drehbuchautor. Er schreibt bildhaft, flüssig und unterhaltsam, scheut auch vor drastischer Sprache nicht zurück, was gerade bei Sodomie-Szenen für manche Leser unerträglich sein kann. Gerade Bullwinkels Gedanken kreisen nicht um Blümchensex.. Damit muss ein Leser umgehen können - oder eben ein anderes Buch wählen. Hier wäre ein Hinweis auf dem Klappentext vielleicht hilfreich.

Die Handlung ist abgedreht, absurd, voller unerwarteter Wendungen, ließ mich teilweise an die Brettschneider-Trilogie von Lars Simon* denken. Es macht Spaß, den so unterschiedlichen Charakteren Tim und Bullwinkel auf ihrer abenteuerlichen Reise von Frankfurt nach Finnland und wieder zurück zu folgen, gerade, weil Hahn es wunderbar beherrscht, Kopfkino zu erzeugen. Einige Szenen, beispielsweise, wie der Elch dazu gebracht wird, nach dem Genuss psychogener Pilze sich seinen Urin abnehmen zu lassen, sind einfach zum Schreien komisch.

Was mich dann aber schließlich ärgerte, war der Schluss, denn der war einfach schlampig. Verraten sei, dass beide Jungs ihre Traumfrauen finden, allerdings nicht unbedingt so, wie gesucht. Wie sie die Damen finden und erobern, wirkt auf mich phasenweise so, als wollte Hahn nach über 400 Seiten nun endlich langsam mal zum Schluss kommen - und der Lektor wohl auch, denn bei dem Treffen von Tim mit seiner Traumfrau gerieten Uhrzeiten und Wochentage kräftig durcheinander. Das fand ich schade.

Fazit: Wer vor teilweise schon recht drastisch geschilderten Sex-Fantasien nicht zurückschreckt, wird diese absurde Coming-of-Age-Geschichte sicher gerne lesen.

Verlagsangaben zum Buch: Rochus Hahn / Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten / Roman / 448 Seiten / € 9,99 / Taschenbuch / ISBN: 978-3-442-48449-2 / Goldmann Verlag

Hier geht's zur Leseprobe. Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Montag, 5. Juni 2017

Ausgelesen: Bücher im Mai 2017

Bei den Rückblicken merke ich, dass ich zurzeit einfach wenig lese. Ich stricke viel lieber. Vielleicht ändert sich das im Urlaub, wenn ich in der Sonne liege (falls das Wetter am Limfjord In-der-Sonne-liegen zulässt). Liegend strickt es sich ja schlecht.

Ich begann den Mai mit "Mord unter Brüdern*", den dreizehnten und letzten Band der Honey-Driver-Reihe von Jean G. Goodhind.

Wer die Reihe kennt, weiß: Driver ist nicht nur Hotelbesitzerin in Bath, sondern auch Verbindungsfrau des Hotelfachverbandes zur Polizei. So wird sie immer wieder zur Hobbydetektivin und ermittelt gemeinsam Detective Chiefinspector Steve Doherty, mit sie auch liiert ist.

In diesem Band erfährt Driver aus der Zeitung, dass Casper St John Gervais, Vorsitzender des Hotelfachverbands von Bath, tot aufgefunden wurde. Doch Casper lebt! Die Leiche ist sein Halbbruder. Casper bittet Honey zu ermitteln. Aber ihr Freund Doherty ist entschieden dagegen. Er hält die Sache, auf die sich Honey da einlassen will, für viel zu gefährlich. Und den blonden Schönling, der neuerdings immer mal in ihrer Nähe auftaucht, mag er gar nicht.

So richtig fesseln konnte mich das Buch nicht. Schon in den beiden vorherigen Bänden, "Mord in Weiß*" und "Mord im Anzug*" fielen mir immer mehr Ungenauigkeiten auf. Handlungsstränge wurden kurz angerissen, dann aber nicht weiterentwickelt. Viele lose Fäden wurden am Ende einfach nicht mehr miteinander verwebt.

Mit diesem Buch wollte ich Goodhind noch mal eine Chance geben, aber auch hier entwickelte sich die Handlung phasenweise einfach unlogisch, wirkt an den Haaren herbeigezogen. Die Charaktere sind müde, handeln anders als sonst, als wüsste die Autorin nicht mehr, wie sie ihre Protagonisten ursprünglich anlegte. Anders ist es kaum zu erklären, dass beispielsweise die Hintergrundstory zu Drivers Eltern dem ersten Band total widerspricht.

Selbst für eingefleischte Fans ist dieser Band eine Herausforderung. Wer mit diesem Band in die reihe einsteigen wollte (die Bände sind ja in sich abgeschlossen), wird kaum Freude daran gehabt haben oder weitere Bände lesen wollen. Wirklich schade, dass die Reihe so zu Ende geht!

Als nächsten las ich "Schrebergartenmafia*" von Ulrich Maier. Protagonisten sind die Journalisten Nils Niklas und Rita Delbosco, die im fiktiven schwäbischen Ort Schoppendorf leben und arbeiten.

Der erste Band der Rehe, "Gift im Brezelteig*" konnte mich nicht fesseln. Die Handlung plätscherte so dahin, und wie wenig ich gefesselt war, merkte ich, als die Leihfrist für das Buch abgelaufen war, es mich aber nicht drängte, es neu auszuleihen, obwohl ich es noch nicht zu Ende gelesen hatte.

Auch die Handlung von "Schrebergartenmafia" plätschert so dahin, aber anscheinend war es diesmal genau das, was ich brauchte, denn ich las das Buch gerne.

Worum geht's? Schoppendorf steht Kopf: Aus einem Fundament auf einer Großbaustelle ragen zwei nackte menschliche Beine. Ein mysteriöser Sprengstoffanschlag und die Entführung des Sprechers einer Bürgerinitiative lassen das unbeliebte Bauprojekt nicht aus den Schlagzeilen verschwinden. Und der Kampf gegen die Baulöwen für den Erhalt der Schrebergärten wird erbittert weitergeführt. Während die Kriminalpolizei noch im Dunklen tappt, macht sich das Journalisten-Duo Rita Delbosco und Nils Niklas mit ungewöhnlichen Methoden an die Ermittlung.

Die Charaktere sind, wie auch schon im ersten Band, liebevoll (und etwas überspitzt) gezeichnet. Wer ruhige Regionalkrimis mag, wird Gefallen an der "Schrebergartenmafia" finden (und ich werde "Gift im Brezelteig" dann doch noch mal zu Ende lesen).

Gewohntes Terrain betrat ich mit dem neunten und vermutlich letzten Band der Reihe um den Lübeker Kommissar und Hobbykoch Georg Angermüller, "Schockschwerenot*" von Ella Danz. Die Reihe ich, seitdem ich sie vor fünf Jahren kennenlernte.

Angermüller lebt noch immer von seiner Frau getrennt. Während ihrer Zeit in der Rehaklinik in der Nähe von Heiligenhafen fanden die beiden aber immerhin wieder eine freundschaftliche Ebene.

Nun muss Angermüller wieder in diese Klinik, dienstlich, denn Maren Seemann, unbeliebte Klinikmanagerin, hat ihr Müslifrühstück nicht überlebt. Einen Tag später liegt der Chefarzt Dr. Paulsen tot in seinem Büro. Neben seiner Leiche wird ein mysteriöser Stein mit einem Flügelsymbol gefunden. Genau so einer wie neben Maren Seemann …

"Schockschwerenot" ist solide Krimikost. Ich habe auch diesen Band mit viel Vergnügen gelesen. Schade, dass Angermüller nun eine Auszeit nimmt. Ebenso schade, dass es immer noch kein Angermüller-Kochbuch gibt, in dem alle Rezepte aus dem Anhang der Krimis gesammelt sind.

Ende des Monats fing ich an, "Alpendöner*" von Willibald Spatz zu lesen. Es ist der erste Band einer Reihe um "Birne", einem Mann Anfang 30, den es nach Problemen in der Liebe und im Job aus München ins Allgäu verschlug. In Kempten findet er einen Job als Redakteur bei einem kleinen Verlag, der Wanderführer veröffentlicht. Gerade hat sich Birne ein wenig häuslich eingerichtet, als seine Nachbarin, die alte Frau Zulauf, blutüberströmt aufgefunden wird.

Mord inmitten beschaulicher Alpenidylle - so hatte Birne sich den Start in seiner neuen Heimat nun wirklich nicht vorgestellt! Und auch von Romantik vorerst keine Spur - dafür stößt er bei den Einheimischen auf reichlich Misstrauen gegenüber Fremden. Und fremd ist einer im Allgäu schon fast, wenn er aus dem Nachbardorf stammt.

Ein türkischer Imbissbudenbesitzer, ein Motiv, ein Kebabmesser - die Polizei hat den mutmaßlichen Mörder der Nachbarin schnell dingfest gemacht. Als dessen Frau Birne bittet, Beweise für die Unschuld ihres Mannes zu finden, bezieht er prompt eine ordentliche Tracht Prügel …

Viele Rezensenten verrissen "Alpendöner". Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich mit Spatz' Stil und seinen Charakteren warm werde. Sprache und Stil sind sehr lakonisch, knapp, manchmal schroff. Dann wiederum kann sich Birne seitenweise darüber auslassen, dass ihm die Zeitung aus dem Briefkasten geklaut wird. Das nimmt mehr Raum ein als der Mord an seiner Nachbarin, zu dem ihm mit als erstes einfällt, dass sie ihm nun nicht mehr die Zeitung klaut.

Die Protagonisten unterscheiden sich von üblichen Krimi-Personal: Birne ist kein begeisterter Hobbydetektiv, will sich auch nicht in diese Rolle einfinden, sondern einfach nur seine Ruhe haben, kann aber andererseits auch schlecht nein sagen. Auch der Kommissar laviert sich so durchs Leben, ist mehr an seiner Sekretärin interessiert als am Mordfall. Alle lavieren sich irgendwie durch's Leben, und daran angepasst ist auch der Schreibstil.

So ein ruhig vor sich hin plätschernder Krimi kommt mir anscheinend gerade recht. Ich bin gespannt, wie es mit Birne weitergeht. Vom Klappentext her erwartetet ich etwas anderes, als ich bekam, und lud mir gleich drei Bände auf den eBook-Reader. Mal gucken, ob ich über den ersten Band hinaus komme.

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Freitag, 2. Juni 2017

Friday-Flowerday 22/17

Wenn wir Gäste haben, dekoriere ich den Tisch gerne mit Blumen. Große floristische Fähigkeiten habe ich nicht, deswegen halte ich die Arrangements einfach.

Pfingstrosen mit Waldmeister.
Zu dieser Jahreszeit sind Pfingstrosen meine Lieblingsblumen. In der Vase mag ich sie vorzugsweise, wenn die Knospen noch nicht aufgegangen sind. Als Tischdeko mag ich sie, wenn sie voll erblüht sind.

Waldmeister.
Die Stiele der Pfingstrosen habe ich sehr kurz geschnitten und in eine flache blaue Schale gelegt. Zwischen den Pfingstrosen steckt Waldmeister, passend zum Aperitif, den es an diesem Abend gibt.

Pfingstrosen.
Dieser Beitrag geht rüber zum Friday-Flowerday beim Holunderblütchen.

Dienstag, 30. Mai 2017

Sieben Sachen Sonntag KW 21/17

An diesem Sonntag steckt mir das lange Wochenende in den Knochen, das anstrengender war als geplant. Am Abend vorher hatten wir zudem Gäste. Der Abend war lang. Außerdem muss irgendwas an der Maibowle-Riesling-Ananas mit Rum-Brøndums Snaps*-Baileys-Riesling-Mischung schlecht gewesen sein. Ich tippe auf die frische Ananas. Die vertrage ich ja nie so gut.

#1: Erstmal ordentlich frühstücken. Es gibt Toad in a Hole.
Ich hänge also etwas in den Seilen, werde auch nach einer Dusche kaum wacher, mache mich aber tapfer zu Frau terschies auf, die gerade umzieht. Ich habe ihr zugesagt, altes Laminat und sonstiges Zeuchs zum Recyclinghof zu fahren. Mein armes Karlchen muss kräftig leiden: Als Neuwagen ist er es noch nicht gewohnt, dass er schon mal Gerümpel transportieren muss, sondern fühlt sich bislang als fahrende Handtasche. Sein Vorgänger gehörte dem Gatten, war ein Handwerkerauto und Kummer gewohnt. Karlchen hat jetzt ein paar Schrammen und seinen Neuwagenduft eingebüßt.

#2: Vollbeladenes Auto.
Das Beladen geht schnell, die Straßen sind leer, ich bin rasch wieder zu Hause, wo der Gatte inzwischen in der Küche klar Schiff gemacht und einen Schmorbraten aufgesetzt hat. Ja, unsere Essensplanung passt gerade nicht zum Wetter.

#3: Mittagessen.
Wir machen kurz Pause auf der Terrasse, bevor der Gatte zu einem Besuch aufbricht, ich mich um die Wäsche und um den Zitronenbaum kümmere - letzterer muss dringend umgetopft werden. Danach ist erstmal wieder Pausieren angesagt - in der prallen Sonne den Zitronenbaum umzusetzen, war nicht die beste Idee, aber wenn ich's jetzt nicht gemacht hätte, wäre es erst Ende Juni wieder was geworden.

#4: Ausruhen nach der Gartenarbeit.
Am Vortag überraschte mich der Gatte damit, dass er am Sonntag Abend zu Hause is(s)t. Das kommt sonntags nur selten vor. Da sich unsere Essensplanung ein wenig anders gestaltete als geplant, hatte ich ein Pfund weißen Spargel übrig. Das sollte es Freitag eigentlich als Salat geben, aber da wollte der Gatte lieber Cheeseburger grillen und Pommes dazu essen. Mir war's recht, denn ich hatte keine Lust zu kochen. Also gab's Sonntag Spargel und Hasselbackspotatis (ja, die gab's auch schon letzten Sonntag, aber ich esse beides wirklich gerne).

#5: Salatzutaten.
Da der Gatte am Vortag lieber Antipasti machte statt der ursprünglich geplanten Vorspeise mit grünem Spargel, hatten wir auch davon noch welchen übrig. Daraus wurde dann ein Mittagspausensalat für die kommende Woche.

#6: Abendessen. Es gibt Ofen-Spargel und Hasselbackspotatis.
Rechtzeitig zum Krimi falle ich auf's Sofa und stricke noch ein paar Reihen an einer leichten Sommerjacke aus Mohair. Zumindest soll es das theoretisch werden. In der Praxis bin ich mir nicht so sicher, ob ich die Strickschrift richtig verstehe ... Wieder mal komme ich zu spät ins Bett, zumal ich am nächsten Morgen früher los muss, weil ich auf dem Weg zur Arbeit am Recyclinghof vorbei will.

#7: Stricken.
Die Rezepte zu diesem Sonntag gibt es in der Kombüse. Dieser Beitrag gehört zur  Link-Party bei Frau Grinsestern, die jede Wochen sieben Sonntagsimpressionen sammelt.

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Freitag, 26. Mai 2017

Sieben Sachen Sonntag KW 20/17

Vorletzten Sonntag, als ich malad mit dem heftigsten Migränaanfall seit einigen Jahren im abgedunkelten Schlafzimmer lag, machte der Gatte die Terrasse sommerfein. So könnte ich letzten Sonntag den späten Morgenkaffee gleich auf der Liege trinken.

#1: Erstmal ausruhen vom Ausschlafen.
Die bekam ich vor einem Jahr zum Geburtstag, aber ich lag tatsächlich erst jetzt zum ersten Mal drauf, weil es letztes Jahr nach dem Aufbau entweder regnete oder ich nicht da war, wenn's mal sonnig war ... Nächste Woche kaufe ich endlich eine Auflage dafür.

#2: Mittagessen, Reisevorfreude und stricken.
Im Sommer ist die Terrasse unser Wohnzimmer. Ich nutze den großen Tisch für alle möglichen Arbeiten.

#3: Das Strickmuster für eine Restesocke aufschreiben, falls ich nochmal ein Paar stricken will.
Das Abendessen wird auch draußen vorbereitet. Ja, ich habe ein spezielles Brett für schwedische Fächerkartoffeln, die Hasselbackspotatis. Es ist ein Urlaubssouvenir.

#4: Abendessen vorbereiten. Es gibt Hasselbackspotatis mit Ofen-Spargel.
Der Mittagspausensalat wird dann aber in der Küche zubereitet.

#5: Das Mittagspausenessen für den nächsten Tag wird vorbereitet: Spargelsalat mit Erdbeeren und Brunnenkresse.
Zum "Tatort" wechsle ich samt Strickzeug auf's Sofa.

#6: Kunterbunte Restesocken.
Wie üblich. komme ich zu spät ins Bett, und dass, wo ich am nächsten Tag Frühdienst habe ....

#7: Noch etwas lesen*
Die Rezepte zu diesem Sonntag gibt es in der Kombüse. Dieser Beitrag gehört zur  Link-Party bei Frau Grinsestern, die jede Wochen sieben Sonntagsimpressionen sammelt.

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