Dienstag, 17. Oktober 2017

#12von12 im Oktober 2017

Auch in diesem Monat sammelt Caro von Draußen nur Kännchen wieder 12 Impressionen vom 12. des Monats. Hier sind meine.

#1: Ab ins Büro.
Ich arbeite gerade mal in meinem eigentlichen Job, habe eine Woche vertretungsfrei. Der Chef ist auf Dienstreise, dementsprechend anstrengend wird mein Tag, aber die erste Stunde nutze ich wie üblich zum dienstlichen Zeitunglesen (ja, damit verdiene ich mein Geld) und frühstücke dabei.

#2: Frühstück.
Der erste Anruf des Tages gilt aber dem Vorstellungsgespräch, das ich am nächsten Tag habe. Ob ich auch eine Stunde später kommen kann? Klar, dann muss ich mich nicht so hetzen. Den Chef freut das zwar nicht, weil ich dann parallel zu einer Pressekonferenz weg bin, aber ich denke gerade mal nur an mich.

#3: Packen.
#4: Packen.
In zwei Tagen zieht unsere Abteilung um. Eigentlich will ich erst am nächsten Tag packen, aber in den Nachbarbüros wird schon so fleißig gepackt, dass ich nervös werde und kurzerhand auch beginne, einzupacken.

#5: Wie heiße ich? Wo komme ich her? Wo will ich hin? Die Farbe verrät das Stockwerk, in das es geht.
#6: Die IT will wissen, was wo stehen soll. Ich bin gespannt, ob sie sich nach meinen Wünschen richtet. 
#7: Zu-erledigen-Liste für den nächsten Tag schreiben.
Zwischendrin läuft der normale Büroalltag weiter. Auf eine richtige Mittagspause verzichte ich wieder mal, aber ich nehme mir kurz Zeit für Postkarten an Meşale Tolu Çorlu (über die Ameisen, die nach Australien reisen wollten) und Deniz Yücel (über das Forellenquintett).

#8: Postkarten an Meşale Tolu Çorlu und Deniz Yücel.
Dusseligerweise merkte ich nicht, dass die Briefmarken ausgingen und kann die Karten erst Montag abschicken.

#9: Hausarbeit (Symbolfoto).
Zu Hause ist erstmal Hausarbeit angesagt. Ich nehme Wäsche ab und wasche anschließend zwei Ladungen, denn für den nächsten Tag ist gutes Wetter angesagt. Das möchte ich ausnutzen. Dann kruschteln der Gatte und ich in der Küche, bevor er das Abendessen kocht.

#10: Abendessen. Es gibt Schweinefilet mit Steinpilzen und Bandnudeln.
Nach dem Abendessen plumpse ich auf's Sofa und stricke, während der Gatte noch einen Cappuccino serviert.

#11: Am Kleid weiterstricken.
Ich will unbedingt noch den Kragen fertig bekommen und komme deswegen später ins Bett, als gut für mich ist ... Bevor mir die Augen zufallen, lese ich noch etwas in "Agatha Raisin und der tote Friseur*".

#12: Lesen*.
Bücher und Serie gefallen mir gleichermaßen gut, was selten vorkommt.

Und jetzt gucke ich mal, was die anderen am 12. Oktober so machten. Ach ja, Rezepte gibt es wieder in der Kombüse.

Samstag, 14. Oktober 2017

Samstagsplausch KW 41/17: Rückzug

Heute zieht unser Büro wieder zurück an den alten Standort. Die Zeit verging rasend schnell. Selbst, dass wir einen Monat länger als geplant bleiben mussten, weil der alte Standort nicht rechtzeitig fertig wurde, hat mich nicht gestört. Und dabei hatte ich anfangs so viel Bammel! Jetzt finde ich es fast schade, dass wir schon wegziehen, denn ich hätte gerne in den Mittagspausen noch ein, zwei Stadtspaziergänge gemacht. Aber mangels Mittagspause fielen die Spaziergänge aus. Muss ich wohl doch mal am Wochenende her.

Der Umzug ist ein bisschen holprig, anders als beim Hinzug. Der fand nämlich in den Ferien statt, waren uns die wichtigen Herren unter den Füßen weg. Diesmal mussten wir am letzten Schultag packen. Chef und Blaumänner hatten auswärtige Termine, kamen erst am späten Nachmittag und wollten dann noch arbeiten. Sie hatten schlichtweg vergessen, dass Schreibtische, Telefone und PCs schon seit dem Vormittag abmontiert waren, um Montag am neuen Standort parat zu sein. Hier schlichen also bis zum Abend Anzugträger mit Laptop unterm Arm auf der Suche nach einem noch einigermaßen eingerichteten Büro über die Flure ...

Diese entzückende Sechziger-Jahre-Trinkgläser waren ein Umzugsfund.
Anders, als hier befürchtet, war es am Zwischenstandort doch ganz kommod. Ich sehe vor allem, wie viel Geld ich sparte, weil ich in der Mittagspause nicht shoppen ging, mir nur selten was zu essen kaufte. Und dabei hielt ich mich schon für sparsam! Jetzt lockt wieder das Einkaufszentrum, und ich bin gespannt, ob ich mich zügeln kann. Gleichzeitig werde ich die Möglichkeit, bei Me like Falafel zu essen, vermissen. Falafel gehört zu den Speisen, die ich für mich alleine nicht selbst mache und deswegen nur selten esse.

Und ich werde mein großes Büro vermissen, denn mein normales ist winzig. Außerdem konnte ich in den letzten sieben Monaten meine Bürotür schließen und Bilder aufhängen. Beides geht im normalen Büro nicht. Da ist mein Büro Durchgangszimmer, und mir sind private Bilder / Gegenstände verboten (im Gegensatz zu Kollegin I und Kollegin II, die ihr Büro mit allerlei Gedöns und Plüschtieren dekorieren dürfen, obwohl es, anders als mein Büro, repräsentativen Charakter hat).

Was von der Fotowand übrig blieb.
Für Montag, den ersten Arbeitstag am neuen Standort, habe ich schon eine große Tasche voller Schuhe für den Schuster und Klamotten für den Änderungsschneider, denn die beiden gingen mir wirklich ab (anders als ursprünglich befürchtet, Bäcker und Schlachter). Zwar gibt es beides auch im Einkaufszentrum bei uns um die Ecke, aber nicht in der Qualität.

Was ich nicht schaffte, war der Stellenwechsel vor dem Umzug, so, wie ich ihn mir Ende März vornahm. Mit dem Versetzungsantrag zog's sich hin, weil ich zustimmte, erst noch Coaching und Mediation zu versuchen, dann noch offene Fragen hatte, die sich jetzt erst klärten.

Ich darf mit ganz viel Luftpolsterfolie spielen.
Das Coaching sollte einerseits mich in der aktuellen Konfliktsituation stärken, andererseits bei der Entscheidung, ob ich einen Stellenwechsel möchte, helfen, denn bis auf den Konflikt bin ich ja ganz glücklich mit meinem Job. Dachte ich zumindest. Im Coaching wurde dann aber deutlich, dass es mich belastet, dass ich auf der aktuellen Stelle keine Entwicklungsmöglichkeiten habe. Irgendwann machte ich eine Positiv-Negativ-Liste, und auf der Positivliste standen nur zwei Punkte - Einkaufszentrum und Trinkwassersprudler.

Klar werde ich mehr vermissen, aber dennoch fühlt sich die Entscheidung richtig an. Ich bin jetzt gelassener. Ich möchte ein Viertel weniger arbeiten, suche also eine Teilzeitstelle, möchte gerne wieder mehr gestalten und wieder die Gleitzeitregelung nutzen können. Trotz Coachings und Mediation, die ich weitgehend als gescheitert ansehe, setzt mir zudem der Vertretungsdienst so sehr zu, dass ich mit allerlei psychosomatischen Beschwerden zu kämpfen habe und nach jeder Vertretung erstmal malad bin. Das kann's ja nicht sein.

Zum letzten Mal aus der baufälligen Tiefgarage fahren.
So läuft das mit der Versetzung doch erst seit drei Wochen richtig an. Ich hoffe sehr, dass sich bis Jahresende was Neues ergibt, weiß aber, dass es mit meinem Profil schwierig ist.

Im letzten halben Jahr schrieb ich zwei Bewerbungen, hatte zwei Vorstellungsgespräche - das zweite gerade gestern. Ich habe das Talent, bei Vorstellungsgesprächen "auf einem sehr guten zweiten Platz" zu landen, was etwas nervt. Wir sind ja nicht bei Olympia, wo 'ne Silbermedaille auch ganz hübsch ist. Dementsprechend bekomme ich noch ein individuelles Vorstellungsgesprächscoaching, das mir aufzeigt, woran's hakt. Es kann natürlich auch nur an meiner Nase liegen.

Es bleibt also spannend, zumal ich dusseligerweise vergaß, zu fragen, wann man mir denn mitteilt, dass ich den zweiten Platz belegte. Ich vermute, das Ergebnis wird mir Anfang November mitgeteilt, denn hier dauern Entscheidungsprozesse ein wenig länger (auf der aktuelle Position brauchte es sieben Monate, bis alles in trockenen Tüchern war.). Bis dahin mache ich es mir im neuen alten Büro so kommod wie möglich und gucke weiterhin nach neuen Stellen.

Ein schönes Wochenende und eine gute Woche!

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch

Donnerstag, 12. Oktober 2017

RUMS 41/17: Regenbogenknöpfe aus Polymer-Clay-Modelliermasse [Tutorial]

Als ich jüngst für drei Projekte Knöpfe brauchte, setzte ich mir in den Kopf, dass sie regenbogenfarben sein sollten. Das alleine war kein Problem, denn die hätte ich kommod im Großpack bestellen können. Mein Problem war, dass ich auch zwei große Knöpfe brauchte, aber nur welche mit maximal 2,5 cm Durchmesser fand.

Viele, viele bunte Knöpfe.
Also machte ich sie kurzerhand aus Modelliermasse selbst. Polymer, am Bekanntesten unter der Marke "Fimo", ist ein Material, mit dem ich gerne öfter arbeiten würde, aber wie viele Bastler habe ich mehr Ideen als Zeit.

Das sieht doch schon fast nach Knopf aus.
Bei Søstrene Grene (und sicher auch woanders) gibt es Polymer Clay in Stangen - ideal für Knöpfe. Ich suchte mir sieben passende Farben aus, legte sie zu einer dicken Stange zusammen, rollte ein bisschen, damit sie sich verbinden und schnitt für die beiden großen Knöpfe dicke Scheiben ab. Die rollte ich etwas flacher, bis sie einen Durchmesser von ca. 5 cm und ca. 7 cm erreichten. Anschließend rundete ich die Knöpfe noch etwas.

Ein Knopf wird in Form gebracht.
Für die sechs kleinen Knebelknöpfe schnitt ich eine Scheibe von der dicken Stange ab und rollte sie aus, bis sie einen Durchmesser von ca. einem halben Zentimeter und eine Länge von ca. 6 Zentimetern hatte. Daraus schnitt ich dann sechs Stücke, die ich etwas in Form brachte.

Sechs kleine Knebelknöpfe.
Schließlich mache ich mit einem Zahnstocher Löcher in die Knöpfe, damit ich sie später auch annähen kann, und gab sie bei 130°C in den Ofen. Die kleinen Knebelknöpfe nahm ich nach 15 Minuten raus. Die beiden großen Knöpfe ließ ich 30 Minuten im Ofen und ließ sie dort auch über Nacht auskühlen.

So ein Knopf braucht auch Löcher.
Schließlich überzog ich die Knöpfe noch mit Lack, damit sie auch die Waschmaschine überstehen. Bei den Knebelknöpfen habe ich da auch wenig Bedenken, aber die Stücke mit den großen Knöpfen wasche ich lieber mit der Hand, denn ich habe Angst, dass die Knöpfe brechen.

Einer der runden Knöpfe im Einsatz.

Dieser Beitrag geht rüber zu RUMS und zu Crealopee.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

#WMDEDGT 10/17

Jeden Monat am 5. fragt Frau Brüllen "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT?

Ich bin seit Mitte September mal wieder im Vertretungsdienst. Bis Mitte Januar werde ich nur tageweise an meinem eigentlichen Arbeitsplatz sein (mit Glück ist der November vertretungsfrei, aber das sehe ich noch nicht). Stattdessen vertrete ich entweder Kollegin I oder Kollegin II oder auch beide. Aber wenn ich, wie aktuell, Kollegin II vertrete, entlastet mich Kollegin I. Das ist schön. Mit ihr arbeite ich gerne zusammen.

Heute habe ich Frühdienst, muss eine Stunde früher los als sonst. Ich überhöre zwei Wecker, registriere zum Glück aber, dass der Radiowecker ausgeht und realisiere, dass ich nicht liegenbleiben darf. Auch, wenn ich spät dran bin, nehme ich mir die Zeit für einen Kaffee und bestätige per Mail ein Vorstellungsgespräch in der kommenden Woche. Zudem habe ich vor zwei Wochen endlich offiziell um meine Versetzung ersuchen können (daran arbeite ich ja schon seit Ende März). Das geht jetzt also alles seinen Gang.

Der Gatte wacht auf, als ich in der Haustür stehe. Er ist gerade krankgeschrieben, hat eine hartnäckige Bronchitis. Wir sprechen kurz darüber, wie's ihm geht, was bei ihm anliegt, dann fahre ich los.

Ich habe Glück und komme gut durch den Verkehr, denn im Laufe des Morgens sorgen ein Wasserrohrbruch, ein querstehender Lkw und eine überspülte Autobahnauffahrt für Verkehrschaos. Hinzu kommt die fast schon obligatorische S-Bahn-Weichenstörung. Heißt unterm Strich: Unsere frühen Termine beginnen verspätet, weil kaum einer pünktlich da ist.

Ruhig ist der Vormittag nicht, das Telefon klingelt schon vier Minuten nach Dienstbeginn. In meinem eigentlichen Job habe ich die erste Stunde normalerweise meine Ruhe und komme meiner Pflicht, der täglichen Zeitungslektüre, nach. Das geht im Vertretungsdienst nicht. Wenigstens sind Chefs und Blaumänner beschäftigt, so dass mir nicht noch von allen Seiten eilige Aufträge um die Ohren fliegen.

Der Tag ist gefüllt mit klassischen Sekretariatstätigkeiten. Ich bin froh, dass ich mit Kollegin I zusammenarbeite - mit ihr verstehe ich mich besser als mit Kollegin II. Die vertrete ich gerade, und trotz Mediation und Vertretungsleitfaden weiß ich, dass ich keine Chance habe, meine Arbeit auch nur ansatzweise richtig zu machen. Dementsprechend ist mir schlecht, mag ich weder essen noch trinken. Vertretungsdienste sind gut für die Figur.

Gegen halb drei kommt der Pförtner vorbei und guckt, ob wegen des Sturms alle Fenster geschlossen sind. Wir sind verdutzt. Welcher Sturm? Das Büro, in dem ich gerade arbeite, geht zu einem Innenhof. Da ist es windstill, ist der Himmel strahlend blau, scheint die Sonne. Was draußen los ist, ahnen wir, als die erste Anrufer melden, sie kämen verspätet zum Termin, da keine U-Bahnen mehr fahren, und die ersten Meldungen von Sturmschäden an unseren diversen Gebäuden ankommen.

Unwetter? Wassen für'n Unwetter? Kaum zu glauben, dass rund um das Büro ein Orkan tobt. Zum Innenhof hin ist nichts davon zu merken.
Wir checken die Medien, und schnell ist klar, dass ein regulärer Feierabend für mich keinen Sinn macht, da ich gar nicht nach Hause käme. Die S-Bahn fährt nicht, und die Busse haben ebenfalls wegen umgestürzter Bäume Probleme, sind zudem überfüllt. Wenn die Busse nicht durchkommen, komme ich mit dem Auto auch nicht durch, klar.

Fahrer II kommt von einem Termin und meldet, auf den Straßen geht nichts mehr, weil viele Bäume umgestürzt und die Ausweichstrecken überlastet seien. Zum Glück muss heute niemand nach Berlin, sind alle Termine in Hamburg, denn inzwischen ist der Bahnverkehr eingestellt.

In der nächsten Stunde kommen zwar Meldungen rein, dass U- und S-Bahnstrecken wieder teilweise befahrbar sind, aber die S1 Richtung Wedel bleibt dicht. Ich hätte jetzt zwar Feierabend, biete aber Kollegin I an, länger zu bleiben, um sie mitzunehmen, denn sie wohnt nur 10 Fahrminuten von mir entfernt. Sie will dafür eine Stunde früher gehen, nur sind die Chefs, mit denen wir das absprechen müssen, in Sitzungen. Als die zu Ende sind, ist es weit nach 18 Uhr.

Kollegin I bespricht mit der Chefin, dass sie am nächsten Tag meinen Frühdienst macht, da ich inzwischen seit 10 Stunden ohne Pause im Büro bin, und wir machen uns auf den Weg. Wir brauchen knapp zwei Stunden von Hammerbrook bis Iserbrook, sitzen aber warm und trocken.

Kollegin I ruft zwischendrin noch meinen Mann an, denn ich vergaß total, ihm zu sagen, dass ich später komme. Er machte sich schon sorgen, da er hörte, dass eine Frau in einem Opel von einem Baum erschlagen wurde. Er weiß zwar, dass ich nachmittags nicht in Horn unterwegs war, aber so'n Tagesablauf kann sich ja auch mal spontan ändern. 

Bei uns hat der Sturm noch nicht mal die leere Gießkanne umgeworfen, aber an der Querstraße sind dicke Äste heruntergekommen - direkt neben der Bushaltestelle.

Ich werfe die Büroklamotten ab, schlüpfe in bequeme Kleidung, falle auf's Sofa und rufe Mudderns an, um zu hören, wie sie das Unwetter überstand. Bei ihr ist Gott sei Dank auch alles in Ordnung.

Der Gatte serviert Klopse, grüne Bohnen mit Kräuter-Bernaise und Kartoffeln zu Abendessen. Ich stricke noch lange, denn am nächsten Tag kann ich ja länger schlafen. Vorm Einschlafen lese ich noch ein bisschen, aktuell "Agatha Raisin und die tote Urlauberin*".

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Dienstag, 26. September 2017

Rezension: "Mord in Schönbrunn" von Beate Maxian

Die Reihe um die Wiener Journalistin Sarah Pauli, die immer wieder über Verbrechen stolpert, lese ich gerne, nicht zuletzt auch wegen ihres Wien-Bezugs.

"Mord in Schönbrunn*" ist der sechste Band der von Beate Maxian geschriebenen Reihe und wie alle davor auch zu lesen, wenn mensch die anderen Bände noch nicht kennt. Aber es ist auch schön, sie in der Reihenfolge zu lesen, um zu sehen, wie sich die Figuren entwickeln.

In Schönbrunn bietet sich der Wiener Polizei ein grausiges Bild: Mitten im Park des Schlosses liegt – auf Rosen gebettet und in ein Brautkleid gehüllt – die Leiche einer Frau.

Die Tote ist keine andere als die vor fünf Jahren verschwundene Ex-Verlobte des prominenten Wiener Hoteliers Felix Beermann, der in wenigen Tagen seine neue Liebe heiraten will. Und ausgerechnet diese neue Liebe, Valentina, findet bei ihrer üblichen Joggingrunde durch den Schlosspark die Tote.

Pauli, die für eine Sonderausgabe des "Wiener Boten" gerade über Hochzeitsbräuche recherchiert, macht der Fall misstrauisch. Und als sie kurz darauf eine geheimnisvolle Botschaft mit Bezug zu dem Fund in Schönbrunn erhält, beginnt sie zu ermitteln. Dabei stößt sie auf weitere mysteriöse Spuren, die sie in gefährliche Nähe zum Täter bringen ...

Gewohnt routiniert lässt Maxian ihr Personal agieren, und die Leserin ist schnell drin im Kosmos der Protagonistin Pauli, in ihrem Alltag in der Redaktion des "Wiener Boten". Diesmal tauchen die Leser ein in die Welt der Grimmschen Märchen, der Weddingplanner und der Hochzeitsbräuche.

Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich sehr spannend. Erst nach mehreren Wendungen ist klar, wer der Täter ist. Maxian schreibt packend und bildhaft, nimmt den Leser schnell für sich ein.

Jüngst erschien der siebte Band der Reihe, "Die Prater Morde*". Ich freue mich drauf.

Fazit: Solider spannender Wien-Krimi, nicht nur für Sarah-Pauli-Fans!

Verlagsangaben zum Buch: Beate Maxian / Mord in Schönbrunn / Taschenbuch / 416 Seiten / € 8,99 / ISBN: 978-3-442-48296-2 / Verlag: Goldmann

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Montag, 18. September 2017

#12von12 im September 2017

Der 12. September ist einer der letzen Tage vor einem Vertretungsdienstmarathon: Bis Mitte Januar werde ich im Wechsel Kollegin I und Kollegin II vertreten - oder auch beide gleichzeitig, wenn's den Damen gerade genehm ist. Meinen normalen Job muss ich natürlich auch noch obendrauf machen.

#1: Auf in's Büro.



Zwischendrin werde ich sechs Tage Urlaub haben, aber nicht am Stück.

#2: Ja, ich verdiene mein Geld auch mit Zeitunglesen.
Mein Körper sagt mir tagtäglich, dass er nicht mehr kann, aber mit einer Versetzung hat es noch nicht geklappt. Es gibt eben zu wenig Stellen, auf die mein Profil passt, und die wenigen, die es gibt, beinhalten oft Springertätigkeiten wie die, die ich jetzt habe, oder meine Nase passt nicht. Irgendwas ist ja immer.

#3: Vormittagskraulen.
Der Arbeitstag beginnt ruhig, und da ich weiß, dass sich das bald ändert, genieße ich es noch mal. Die Teamsitzung fällt aus, da die Chefin in einer Sitzung ist. Dementsprechend trudeln die anderen Chefs auch später ein.

#4: Mittags kurz frische Luft schnappen.
Heute ist der Bürohund da und holt sich regelmäßig Streicheleinheiten ab, vor allem, wenn er hört, dass ich meine Brotdose öffne.

#5: Mittagessen: Watermelon Lemonade und veganer Milchreis mit den letzten Erdbeeren der Saison.
Da es ruhig ist, kann ich über Mittag kurz zum Briefkasten, zwei Postkarten und die Briefwahlunterlagen einwerfen. Da ich in Altona wohne, kommt auch noch der Stimmzettel für einen Volksentscheid über einen Radweg am Elbstrand dazu.

#6: Postkarten schreiben: Ein Bärchen für Meşale Tolu und ihren Sohn, eine Apfelblüte für Deniz Yücel.
In der Mittagspause bleibt es so ruhig, dass ich Postkarten an Deniz Yücel und Meşale Tolu  über den Apfelbaum in Mudderns Garten schreiben kann.

#7: Jetzt leg' doch endlich mal die Kamera weg und kraul' mich.
#8: Sonnenschein zum Feierabend.
Der Gatte ist vor mir zu Hause und schläft schon, kaputt vom Job. Ich kümmere mich ein wenig um den Haushalt und wärme dann langsam das Abendessen auf. Es gibt Krautfleckerln. Ich hatte am Vortag eine große Pfanne gemacht, die für zwei Tage reicht.

#9: Abendessen.
Der Gatte wacht rechtzeitig zum Abendessen auf. Der restliche Abend gehört dem Doctor und meinem Strickzeug. Ich stricke gerade an einer Filztasche.

#10: Durch David Tennant fand dann auch ich endlich einen Zugang zu "Doctor Who".
#11: Stricken.
Da es nur eine Doctor-Who-Folge gibt, komme ich früh ins Bett und lese vor dem Einschlafen noch etwas in "Steckerlfisch*".

#12: Lesen*.
Die Rezepte zum Tag gibt's wie immer in der Kombüse. Dieser Beitrag geht rüber zu Caro, die dankenswerterweise wieder unsere Impressionen vom 12. des Monats sammelt.

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Samstag, 16. September 2017

Samstagsplausch KW 37/17: Auslaufparade der Cruise Days 2017

Zurzeit ist die bayerische Tante wieder in Hamburg und voller Unternehmungslust. Am vorletzten Sonnabend schipperten wir zwei Stunden mit Schwiegermutter und ihr durch den Hafen. Bei der Vorbereitung ihres Besuchs sah ich, dass es eine Woche später Fahrten anlässlich des Feuerwerks der Auslaufparade der Kreuzfahrttage, neudeutsch Cruise Days, gibt, und der Gatte meinte, so was könnten wir doch auch zu zweit machen.

Die MSC Preziosa fährt zu ihrem Platz in der Auslaufparade.
Also buchte ich zwei Tickets bei der Barkassencentrale Ehlers, meinem Lieblings-Hafenrundfahrt-Unternehmen (in einem früheren Leben, als ich mein Geld noch auf den Straßen der Stadt verdiente, arbeiteten wir lange Jahre zusammen), aber grundverpeilt, wie ich momentan mal wieder bin, las ich den Ausschreibungstext gar nicht richtig (und vergaß dann am Tag selbst noch mein Stativ zu Hause).

Unser Platz für die nächsten zweieinhalb Stunden: Backbord heckseits der Europa.
So fanden wir uns dann nicht etwa auf einer xbeliebigen abendlichen Hafenrundfahrt wieder, nein, die Anita Ehlers war eines von 24 Begleitschiffen der Auslaufparade. Zwei Stunden lang schipperten wir backbord heckseits der Europa, dem vorletzten Schiff der Parade.

Während der Auslaufparade.
Wir fuhren ganz dicht neben dem großen Kreuzfahrer, und ich fand es faszinierend, den Schleppern mal aus nächster Nähe zusehen zu können. Technisch weiß ich zwar, wie so kleine Schiffe die großen Pötte in den Hafen bekommen, aber so aus der Nähe ist das noch mal viel faszinierender.

Jedes Schiff in der Parade bekommt ein Feuerwerk.
Die Parade verzögerte sich 'n büschen, denn einerseits musste erst noch ein Containerschiff in den Köhlbrand einlaufen, bevor die Ebbe es unmöglich machte, und andererseits verhakte sich beim Ablegen ein Tau in der Schraube der Mein Schiff 3, so dass alle anderen Schiffe aufrücken mussten, denn die Mein Schiff 3 konnte natürlich nicht mitfahren.

Feuerwerk über dem blau leuchtenden Hafen.
Als es dann endlich los ging, lagen alle anderen Barkassen zusammen mit vielen anderen Schiffen in Linie, bildeten also einen Korridor, und wir zogen gemeinsam mit der Europa an ihnen vorbei. begleitet von Feuerwerk und Typhonen.

Da fährt sie ab gen Nordsee, die MS Europa.
Besonders schön war die Rückfahrt, als langsam wieder Ruhe auf der Elbe einkehrte, wir das Achterdeck quasi für uns hatten, die Barkasse ordentlich Fahrt aufnahm, wir die Cap San Diego, die auf Fahrt war, passierten. Und wir hatten ein wahnsinniges Glück mit dem Wetter: Bis zum späten Nachmittag goß es wie aus Eimern, aber gegen 19 Uhr, als wir uns auf den Weg zum Hafen machten, klarte es langsam auf.

Einer der Schlepper fährt gen Feierabend. 
Angesichts der etwa 250.000 Menschen, die die Auslaufparade zwischen Baumwall und Landungsbrücken verfolgten, beeilten wir uns mit dem Nachhausekommen. Der Gatte fiel gleich ins Bett und schlief nach Tagen endlich mal wieder fast zehn Stunden tief und fest durch. Anscheinend brauchte der Kerl nur 'ne ordentliche Nase Schiffsdiesel ...

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch

Freitag, 15. September 2017

Ausgelesen: Bücher im August 2017

Momentan bin ich sehr lesefaul, trotz einer Woche Zwangspause durch eine Krankschreibung. Dafür stricke ich viel, und da sich das dusselige Burn Out gerade mal wieder sehr bemerkbar macht, lese ich auch kaum noch vor dem Einschlafen, weil mir schnell die Augen zufallen oder ich den Fernseher zum Einschlafen brauche.

Immerhin schaffte ich es, "Hirschgulasch*" von Lisa Graf-Riemann und Ottmar Neuburger zu lesen. Ich hatte das Buch im letzten Jahr zu unserem Urlaub im Berchtesgadener Land schon mal angefangen, dann aber erst mal beiseite gelegt.

Im Klappentext heißt es, das Buch sei "rasant, überraschend und voller Lokalkolorit: eine actionreiche und spannungsgeladene Mischung aus Krimi, Gaunerkomödie und Raodmovie."

Ähm, nein, eher nicht. Ich musste mich ziemlich durchbeißen, weil viele Passagen einfach sehr langatmig sind, es viele Sprünge gibt. Deswegen fiel es mir auch nicht schwer, das Buch mal eben ein Jahr aus der Hand zu legen und erst wieder reinzuschauen, als mich mangels Urlaubs dort die Sehnsucht nach dem Berchtesgadener Land überkam.

Das Autorenduo Graf-Riemann / Neuberger nimmt sich viel Zeit, in die Handlung einzuführen. Das Buch beginnt in Kiew, bei Luba, die mit ihrem Motorrad durch die verbotene Zone von Tschernobyl fährt, um ein altes Ehepaar mit Medikamenten zu versorgen.

Als der Mann, ein ehemaliger Zwangsarbeiter in Berchtesgaden, stirbt, erbt Luba eine Schatzkarte. Gemeinsam mit Wiktor, der davon lebt, in der verbotenen Zone Hubschrauberwracks auszuschlachten und die Ersatzteile zu verhökern, und der Historikerin Marjana macht sie sich nach Berchtesgaben auf, um den Schatz zu bergen, der in den letzten Tages des Kampfes um den Obersalzberg versteckt wurde.

Um ihre Abenteuerreise nach Oberbayern zu finanzieren, lassen sich die drei als Falschgeldkuriere anheuern. Weil sie den Erlös aus dem Blütendeal nicht ordnungsgemäß abliefern, setzt die geprellte ukrainische Mafia einen Berufskiller auf sie an.

Aber nicht nur das: Nach dem tödlichen Absturz eines russischen Höhlenkletterers sind dem Trio auch die Schönauer Kommissarin Magdalena Morgenroth und ihr Kollege vom LKA München auf der Spur. Dann gibt es einen zweiten Todessturz im Sinkwerk des Berchtesgadener Salzbergwerks.

Ich musste mich jetzt nicht durch das Buch quälen, aber es ist nicht so, dass mich das Buch so gefangen nahm, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte. Mein Strickzeug war definitiv fesselnder.

Im Anschluss las ich "Rehragout*" vom gleichen Autorenduo. Marjana, Luba und Wiktor kehren ein Jahr später zurück nach Berchtesgaden, um im ganz großen Stil noch mehr Nazi-Gold aus dem verborgenen Stollen im Hohen Göll zu holen, unterstützt von Jurij, einem ukrainischen Mafioso, der im ersten Band das Trio als Falschgeldkuriere anheuerte und nun den unterschlagenen Teil des Erlöses haben möchte. Hauptkommissarin Leni Morgenroth wird auf das Trio aufmerksam, als sie von einer Auszeit auf einer Alm ins Tal zurückkommt.

Auch wenn "Rehragout" in sich abgeschlossen ist, ist es doch ganz gut, dass ich es unmittelbar im Anschluss an "Hirschgulasch" las. Sonst hätte ich bei manchen Bezügen Verständnisprobleme gehabt.

Wie im ersten Teil gibt es viel Lokalkolorit, aber auch Sprünge in Zeit und Handlung. Ansonsten gilt das Gleiche, was ich zu "Hirschragout" schrieb: Mein Strickzeug fesselte mich mehr.

Auf der Seite der Osteuropahilfe gibt es eine sehr eindrucksvolle Fotostrecke zur verbotenen Zone, ebenso auf dieser SRF-Seite.

Zwischendrin las ich auch immer wieder im Prag-Reiseführer* - schließlich steht demnächst eine Kurzreise in die tschechische Hauptstadt an.

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Donnerstag, 14. September 2017

RUMS 37/17: Gehäkeltes Kleid aus Schachenmayr Catania in Plus Size [Damen-Kleid, S9462A / Plus Size]

Als ich dieses Kleid sah, wusste ich, das muss ich haben. Ich gebe zu, ich bin (nicht nur) modisch einfach in den Achtzigern hängengeblieben. Ich stehe auf Türkis und Netz. Blöd nur, dass es das Kleid nicht in meiner Größe gibt und ich nicht häkeln kann.

Das Häkelkleid fährt Fahrstuhl.
Dann aber dachte ich mir, Baumwolle ist strapazierfähig, ich ribble also notfalls alles so lange wieder auf, bis es passt, und dass in der Schule aus meinen quadratischen Topflappen immer dreieckige wurden, heißt ja nicht, dass ich 40 Jahre später immer noch nicht häkeln kann. Schließlich schaffte ich es kurz nach der Schule auch, eine runde Filetdecke zu häkeln, ohne dass sie dreieckig wurde.

Rechtzeitig zum Juni-Urlaub bestellte ich mir also das Garn, und als sichergestellt war, dass das wlan im Ferienhaus stabil ist, um notfalls Häkelfreundinnen zu Hilfe rufen zu können, legte ich los. Nach knapp zwei Wochen hatte ich die Vermutung, das Kleid könnte doch ein wenig zu schmal für mich sein. Ich kam auf die Idee, es auf ein gut passendes Kleid zu legen, und siehe da, ich hatte Recht.

Tscha, irgendwie fehlen da doch ein paar Zentimeter.
 Ich habe die fehlenden Zentimeter dann kurzerhand angehäkelt.

Das Anhäkeln klappt gut. Beim fertigen Kleid sieht man nichts davon.
Ich weiß seit Jahren nicht mehr, welche Konfektionsgröße ich kaufe, was weniger daran liegt, dass ich immer fetter werden, sondern daran, dass Hersteller die Konfektionsgrößen oft ändern. Früher konnte ich bei einigen Herstellern Teile unbesehen kaufen und wusste sie passen. Heute unterscheidet sich die gleiche Größe bei einem Hersteller manchmal in bis zu fünf Zentimetern.

Die Ärmel werden angehäkelt.
Deswegen kann ich nur vermuten, dass ich das Häkelkleid statt in Größe 46/50 in Größe 56 strickte. In Zentimetern ausgedrückt: Ich arbeitete die Anleitung so um, dass ein Kleid mit ca. 81 cm einfacher Breite und 96 cm Länge entstand. Dafür schlug ich 248 M an, was 62 Karos ergibt. Insgesamt ist das Kleid 63 Karos lang. Nach 42 Karos begann ich mit den Ärmeln, die ich wie für Größe 46/50 angegeben arbeitete. Beim Vorderteil begann ich nach 56 Karos mit dem Halsausschnitt, den ich über die mittleren 10 Karos arbeitete. Die Abnahmen machte ich dann wieder wie in der Anleitung beschrieben.

Das Kleid trocknet.
Insgesamt verhäkelte ich 20 Knäuel à 50 g mit Häkelnadel 3 - anhand der Maschenprobe hatte ich vorher einen Bedarf von 18 Knäuel ausgerechnet, lag also nicht so falsch. Was ich ganz klar noch üben muss, ist der Anschlag, denn obwohl ich eine dünnere Nadel nahm, ist der lockerer als der Rest und wellt sich. Ich werde bald Gelegenheit haben, das zu üben, denn das Material für diese Tasche liegt schon bereit.

Dieser Beitrag geht rüber zu RUMS, zu Frau Häkeline und - quasi in letzter Minute - zu den Liebsten Maschen

Die Anleitung aus dem Heft "Moments 012" gibt es u.a. direkt bei Schachenmayr zu kaufen.

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