Samstag, 30. April 2016

Ausgelesen: Bücher im April 2016

In diesem Monat kam ich etwas häufiger zum Lesen. Ich begann mit "1001 Nachtschichten: Mordstorys am Fließband*" von Osman Engin. Nachdem ich "Tote essen keinen Döner*", den ersten Fall von "Don Osman" mit viel Vergnügen las, fand ich "1001 Nachtschichten" ein wenig drüch.

Diesmal hat Vorzeigeeinwanderer Osman echt nichts mehr zu lachen: Erst muss er ein ganzes Wochenende lang in Untersuchungshaft verbringen, weil er absurderweise unter Mordverdacht geraten ist, und dann will ihm gleich am Montag sein Meister die Kündigung überreichen, um mit Billigarbeitskräften gegen die Krise anzugehen. Als der Chef jedoch vom Mordverdacht erfährt, wird er neugierig. Das ist Osmans Chance: Nach dem berühmten Vorbild Scheherazades aus Tausendundeiner Nacht erzählt er dem Meister nun täglich eine neue Mordstory – aber immer ohne Auflösung, damit er wiederkommen darf.

Das Buch ist voller Sprachwitz und Ironie, aber irgendwann ging's mir wie Meister Viehtreiber: Ich verlor den Überblick. Mal schauen, wie die weiteren Bücher von Engin so sind.

Aus Bremen, wo die Engin-Bücher überwiegend spielen, ging's an die Kieler Förde mit dem Krimi "Totenbande*" von Dietmar Lykk. Ein Mordfall im Obdachlosenmilieu führt die Kommissare Malbek und Lüthje auf die Spur eines Serienmörders, der in immer kürzeren Abständen zuschlägt. Unter Verdacht gerät zunächst eine Clique von Männern aus der gehobenen Kieler Gesellschaft, doch dann führen die Ermittlungen auch in Malbeks Vergangenheit.

Etwa zur Hälfte der Handlung war mir klar, wer der Mörder ist, und schon vorher ahnte ich, wie Mordopfer und Mörder zusammenhingen, so dass mich die Handlung nicht wirklich gefangen nahm. Außerdem erinnerten mich die Kommissare Malbek und Lüthje sowie Sprache und Aufmachung doch sehr an die "Hinterm Deich"-Krimis von Hannes Nygaard, die teilweise auch in Kiel spielen. Das machte das Buch etwas auswechselbar.

Weiter ging's mit einem Leipzig-Krimi: "Goldkehlchen*" von Andreas Stammkötter. Es ist der sechste Band mit den Kommissaren Kroll und Wiggins, aber es ist nicht notwendig, die vorherigen fünf Bände gelesen zu haben.

Diesmal tappen die beiden Kommissare Kroll und Wiggins bei merkwürdigen Vorfällen im Umkreis des Thomanerchores zunächst im Dunkeln, bis sich zwei junge Sänger in die Ermittlungen einmischen: Das Grab Johann Sebastian Bachs in der Leipziger Thomaskirche wird geöffnet, die rechte Hand des Komponisten verschwindet. Am nächsten Morgen erkranken einige Chormitglieder und die österlichen Feierlichkeiten müssen erstmals in der 800-jährigen Geschichte der Thomaner abgesagt werden.

Plot und Protagonisten gefielen mir gut, so dass ich mal schauen werde, ob ich die weiteren Bände in der Onleihe finde. Der nächste Band mit dem Duo Kroll und Wiggins erscheint übrigens im Juli.

Mein Lesehöhepunkt diesen Monat war "Tante Poldi und die sizilianischen Löwen*" von Mario Girodano. Als das Buch zuerst in den Läden lag, sprach es mich so gar nicht an, aber dann hörte ich eine Rezension mit Textauszügen im Radio und wusste, dieses Buch muss ich lesen!

Worum geht's? Meerblick. Sonne. Ruhe. Mehr will Poldi nicht, als sie kurz nach ihrem sechzigsten Geburtstag von München nach Sizilien zieht. Aber dann verschwindet Valentino, der Poldi in Haus und Garten ausgeholfen hat, spurlos. Ist er etwa in die Fänge der Mafia geraten? Poldi macht sich auf die Suche - und kreuzt dabei schon bald den Weg des attraktiven Commissario Montana. Der will zwar nicht, dass Poldi ihre Nase in den Fall steckt, aber wenn ein bayerischer Vulkan erst mal ausbricht, ist er kaum zu stoppen ...

Die gestandene Münchnerin Isolde "Poldi" Oberreiter, die sich auf Sizilien eigentlich nur gepflegt tot saufen möchte, ist absolut köstlich gezeichnet, die Dialoge sind voller Witz, ebenso die Interaktionen mit ihrem Neffen und den sizilianischen Nachbarn. Absolute Leseempfehlung! Ich habe das Buch aus dem Onleihe gelesen, werde es mir aber noch kaufen und freue mich auf die Fortsetzung "Tante Poldi und die Früchte des Herrn*", die in zwei Wochen erscheint.

Ich beendete den Leseapril mit einem weiteren Kirsten-Holst-Krimi: "Der Tod steht auf der Schwelle*". Tat ich mich im Dezember noch ein wenig schwer mit der dänischen Krimi-Autorin, so gefiel mir dieses Buch ganz gut. Das Ermittlerduo Høyer und Therkelsen bekommt es mit einem alten Bekannten zu tun, dem "Indianer", wie Hans Martin Nielsen genannt wird. Er war einmal einer der genialsten Einbrecher die Dänemark jemals unsicher gemacht haben. Kaum ist er jetzt aus dem Ausland zurück, wird er prompt auf frischer Tat ertappt.

Als er am nächsten Tag im Beisein von Kommissar Høyer das Gerichtsgebäude verlässt, wird er geschossen. Die Kugel trifft Nielsen, der noch am Tatort stirbt. Doch wer sollte dem Kleinganoven nach dem Leben trachten? Therkelsen vermutet, dass der Anschlag Høyer galt. Während Therkelsen sich mit möglichen Kandidaten beschäftigt, sieht sich Høyer im Umkreis des Toten um. Ein Schlüssel zu einem Schließfach und die Aussage einer alten Freundin erhärten den Verdacht, dass der Kleinganove in eine große Sache hineingeraten ist. Doch dann wird auf Høyer geschossen.

Trotz der behäbigen Erzählweise packte mich die Geschichte, wenngleich es mich manchmal störte, dass Høyer seinen Kollegen gerne mal einen Schritt voraus ist, ohne sein Wissen mit ihnen (und der geneigten Leserin) zu teilen.

Ich bin gespannt, welche Bücher der Mai bereit hält und freue mich, wenn Du im Kommentar erzählen magst, was Du gerade so liest.

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Sonntag, 24. April 2016

Sieben Sachen Sonntag #16/16: Von Freundschaften, Sexpuppen und Thermomixen

Heute war ich verabredet. Das kommt am Wochenende selten vor, denn meistens bin ich krankheitsbedingt so damit beschäftigt. mich für die kommende Arbeitswoche zu regenerieren, dass Verabredungen zu viel sind.

#1: Fassungsloser Blick in den Garten. Gestern erst hatten wir die Pflanzen ausgepackt und in die neuen Hochbeete gesetzt. 
Meine Freunde wissen das, verstehen das, aber nur virtuelle Kontakte sind ja auch nicht das Wahre. Und ich will mich auch nicht von meiner Krankheit dominieren lassen.

#2: Vor dem Mojo-Club.
Die Verabredung für den heutigen Sonntag stand schon lange, nur was wir machen wollten, war unklar. Das Theaterstück, dass wir ursprünglich sehen wollten, war nämlich total ausverkauft.

#3: Im Mojo Club.
Schließlich sah ich, dass das Solistenensemble von "The Young ClassX" in einer Kooperation mit der Opera Stabile im Mojo Club auftritt. Zusammen mit Mitgliedern des Internationalen Opernstudios erarbeiteten sie in einem Workshop ausgewählte Lieder zum Thema Freundschaft. Zum Abschluss traten sie heute gemeinsam auf.

#4: Essen gehen.
Ich freue mich, den Chor endlich mal nicht nur bei einer Probe zu erleben, sondern in einem ganzen Konzert. Das Workshop-Ergebnis war sehr beeindruckend.

#5: Nachtisch.
Nach dem Konzert waren wir chinesisch essen. Die Tischgespräche drehten sich um Saugroboter, Sexpuppen und Küchenmaschinen - was die Welt halt so bewegt. Dazu gab's Dim Sum, Huhn mit und ohne Gemüse, Tofu mit Schwein sowie Rinderblättermagen mit grüner Paprika - ich esse Innereien ja nur in Lokalen, in denen ich die Köche kenne, aber hier vertraute ich einfach mal darauf, dass der Koch weiß, was er tut (tat er). Bei zweien von uns war anschließend noch Platz für ein Milk Shake bei Lieblings.

#6: Spielbudenplatz.
Über den spätabendlichen Spielbudenplatz ging's zurück zum Auto und dann ab nach Hause, wo der thematisch passende Schlafanzug wartete.

#7: Schlafanzug.
Eigentlich müsste ich jetzt noch Wäsche aufhängen, damit wir diese Woche genügend Handtücher für den Sport haben, aber ich glaube, das kann bis morgen warten. Ich möchte lieber "Tante Poldi und die sizilianischen Löwen*" weiterlesen.

Ich wünsche Euch eine gute Woche!

Dieser Beitrag geht rüber zum Sieben Sachen Sonntag bei Frau Grinsestern.

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Sonntag, 17. April 2016

Sieben Sachen Sonntag KW 15/16

Falls Du heute mehr Fehler in diesem Post findest als üblich: Meine Gleitsichtbrille ging kaputt, und mit der normalen kann ich alles außer Lesen und Schreiben ...

#1: Erstmal das Werkzeug bereit legen.
Davon ab war dieser Sonntag fein: Ich habe tatsächlich 12 Stunden geschlafen. Das könnte ich öfter, aber bis vor vier Wochen ließ mein Rücken das nicht zu. Nachdem ich zwei Mal bei einer Osteopathin war, bin ich quasi schmerzfrei. Eine Stunde habe ich noch vor mir. Dann soll meine einst gebrochene Schulter behandelt werden.

#2: Pflanzkästen und Palisaden stehen.
Der Bruch wurde vor 12 Jahren nicht richtig auskuriert, auch, weil ich es mir als Selbstständige nicht leisten konnte, monatelang krankgeschrieben zu sein. Dass ich Krafttraining mache, seitdem ich 17 bin, kam mir auch damals zu Gute - ich therapierte mich quasi selbst, aber die Schulter ist erst jetzt langsam wieder beweglich.

#3: Kaffeepause. Das Chaos im Hintergrund lässt erahnen, wie viel Arbeit noch vor uns liegt.
Wenn der Tag erst mittags beginnt, muss ich mich sputen, dass ich noch etwas schaffe. Gestern fingen wir an, den Garten wieder herzurichten. Nach der Baustelle im letzten Jahr lag er in Trümmern. Auch, wenn noch unklar ist, wer die Kosten für die Zerstörung trägt (der Vermieter bislang nicht), wollen wir es doch wieder schön haben. Richtige Hochbeete bauen wir aber nicht wieder - wer weiß, wann die nächste Fassadenneugestaltung kommt und wir alles wieder abbauen müssen.

#4: Ein Beet voller Hasen. Ein altes Hochbeet überstand den Kahlschlag. Hier soll eigentlich ein Geräteschrank hin, aber wir haben noch keinen gekauft, und so darf es erstmal bleiben.
Wir haben uns für ein System entschieden, bei dem im Notfall ganz schnell Griffe an die Pflanzkästen montiert und sie weggetragen werden können. Besser ist das. Außerdem bekam ich eine Leiter für Balkonkästen und Töpfe - für einjährige Pflanzen wie Salate, Kräuter und Gemüse ist das ideal.

#5: Unten wächst Waldmeister, der aus dem letzten Jahr überlebte. Die anderen Gefäße müssen noch bepflanzt werden.
Außerdem stand noch Wäschewaschen an, musste das kleine schwarze Auto in die Werkstatt gebracht werden, mussten Blumen gegossen und das Essen für die morgige Mittagspause vorbereitet werden.

#6: Stricken. Kollegin II gab Holy Moly Socks in Auftrag, hat von der Farbgebung aber ihre ganz eigene Vorstellung.
Schließlich ging's auf Sofa - zum Tatortgucken, Sockenstricken und Tagebuchschreiben.

#7: Tagebuch schreiben.
Dieser Beitrag geht rüber zum Sieben Sachen Sonntag bei Frau Grinsestern.

Ausgelesen: Bücher im Januar / Februar / März 2016

Durch das viele Stricken lese ich momentan recht wenig. Ich habe zwar das eine oder andere Hörbuch hier liegen, aber bislang fand ich meistens was im Fernsehen, im Radio oder bei den DVDs als Strickbegleitung.

Das mit dem wenigen Lesen wird sich in den nächsten Tagen ändern, denn das kleine schwarze Auto ist malad und ich muss mit dem ÖPNV zur Arbeit fahren. Da bin ich jeden Tag statt 90 Minuten bummelig vier Stunden unterwegs - wenn ich Glück habe. Ich habe auch schon mal sechs Stunden gebraucht - für eine Strecke. Apropos Strecke: Mein täglicher Arbeitsweg beträgt zwei Mal 15 km innerhalb Hamburgs.

In der November-Dezember-Ausgabe von "Ausgelesen" verschwieg ich die Bücher, die mit in den Dänemark-Urlaub gingen: Drei Jütland-Krimis von Kirsten Holst. Sie spielen zwar in Lemvig, also nördlicher als wir gerne urlauben, aber die Auswahl an Jütland-Krimis ist eher mau. Oder habe ich nicht richtig geguckt?

Holsts Krimis machten auf mich den Eindruck, ein bisschen aus der Zeit gefallen zu sein. Sie wirkten recht altbacken und behäbig. Andererseits passt das aber auch zu einem Urlaub. Die Autorin veröffentlichte zwei Krimi-Reihen: Eine mit Fällen um die Kommissare Høyer und Therkelsen (wobei Høyer schon pensioniert ist), und eine um die Bea, eine junge Frau, die nach langer Zeit in den USA wieder zurück nach Dänemark zieht und eher zufällig Detektivin wird.

Nur wenige Holst-Krimis sind bislang ins Deutsche übersetzt, dementsprechend nahm ich, was ich in der Onleihe bekam. Ich begann mit "Der Prinz ist tot"*, dem neunten Fall für Høyer und Therkelsen.

Worum geht's? Der Chef der Rockerbande Blue Devils liegt nach einem Unfall im Koma. Kurz darauf wird sein Nachfolger ermordet aufgefunden, qualvoll verblutet nach einem Schuss in den Unterleib. Kommissar Therkelsen und seine Leute vermuten den Töter zunächst in den Reihen der Rocker. Denn mindestens zwei weitere Anhänger der Gang wollten Nachfolger des "Königs" werden. Doch ein weiterer Mord an einem Anhänger der Blue Devils lässt die Vorfälle in einem neuem Licht erscheinen: Wirft ein Jahre zurückliegendes Verbrechen seine Schatten bis in die Gegenwart?

Was mich irritierte: Høyer wird von Therkelsen gebeten, die Augen offen zu halten, ob er Hinweise findet, die bei den aktuellen Ermittlungen helfen können, aber er reagiert nicht, als er einen konkreten Hinweis bekommt. So kann man die Ermittlungen natürlich auch in die Länge ziehen. Schade fand ich, dass nicht klar wird, wo genau "Der Prinz ist tot" eigentlich spielt - ich hätte gerne einen Ortsnamen gehabt

Als nächstes las ich "Zu lebendig zum Sterben"*, der ersten Band aus der Reihe um Bea, die mehr oder weniger zufällig zum Beruf der Privatdetektivin ergreift. Zuerst ist der Job so langweilig, wie sie ihn sich vorgestellt hatte, bis sie sich mit Marion anfreundet, deren Art sie fasziniert. Wenig später wird Marion tot in ihrer Garage gefunden, der Motor ihres Wagens läuft noch. Die Polizei und ihr wohlhabender, älterer Ehemann geht von Selbstmord aus, doch Bea hat eine andere Theorie. Dann sterben zwei weitere Personen aus Marions Umkreis unter mysteriösen Umständen und auf Bea wird ein Anschlag verübt.

Das Buch gefiel mir gut, einzig, dass - Achtung, Spoiler - ein Ehemann bei einer Identifizierung nicht erkennt, dass es sich bei der Toten um eine Doppelgängerin seiner Frau handelt, ist mir unverständlich. Ich hoffe doch sehr, der Gatte kennt mich besser.

Ich kehrte mit "Wege des Todes"* wieder zurück zum Duo Høyer - Therkelsen. Høyer ist noch nicht verrentet und ermittelt im Falle des Millionärs Carl Frederik Bruun. Der eröffnet auf dem Sterbebett, dass sein Sohn sich das 12-Millionen-Erbe und ein Sommerhaus in Jütland mit einer ihm bislang unbekannten Halbschwester teilen muss. Der Sohn ist nicht gewillt, sich sein Erbe von einer illegitimen Schwester streitig machen zu lassen, und heuert einen Privatdetektiv an, um die unerwünschte Miterbin aufzuspuren und auszuforschen. Im Sommerhaus der Brunns auf Jütland nimmt ein blutiges Drama seinen Lauf, das auch Kommissar Høyer nicht verhindern kann.

Gleichzeitig taucht Høyer in seine eigene Familiengeschichte ein, was sehr spannend zu lesen war. "Wege des Todes" gefiel mir richtig gut. Mal schauen, ob ich in der Onleihe noch das eine oder andere Holst-Buch bekomme. Vielleicht kaufe ich sie auch antiquarisch, so als Urlaubserinnerung im Bücherregal.

In den Januar ging ich mit "Tod nach Schulschluss"* von Christine Drews. Ihr Buch "Phönixkinder" hatte mir sehr gut gefallen, so dass klar war, ich wurde die anderen Krimis von ihr auch lesen. "Tod nach Schulschluss" ist der anschließende dritte Band der Reihe mit den Kommissaren Schneidemann und Käfer. Ihre berufliche Partnerschaft ist inzwischen eingespielter, und auch privat ist alles in ruhigem Fahrwasser: Beide sind glücklich mit ihren Partnern.

So können sie sich ganz auf ihren neuen Fall konzentrieren: Eine Leiche in einem mittelalterlichen Folterinstrument! Das Opfer ist Max Wenke, Musterschüler auf dem Elite-Internat Schloss Lemburg. Handelt es sich um einen besonders bizarren Selbstmord? Oder wurde der blendend aussehende und hochbegabte Max ermordet? Lehrer und Schüler erscheinen seltsam gleichgültig. Erst ein schockierendes Detail sprengt die Mauern des Schweigens - mit alptraumhaften Konsequenzen für Charlotte.

"Tod nach Schulschluss" war spannend, mit gelegentlich komischen Passagen. Ich freue mich auf den vierten Band der Reihe, "Denn mir entkommst du nicht*", der Mitte Mai erscheint.

Zum Rezensieren erhielt ich "Die Reisen der jungen Magici" von Christoph Stark. Die Geschichte war leider gar nicht mein Fall. Nach der Enttäuschung brauchte ich etwas, von dem ich ziemlich sicher sein konnte, das es mir gefällt: "Elchscheiße"* und "Kaimankacke" von Lars Simon. Der dritte und letzte Band der Trilogie, "Rentierköttel", gefiel mir ja schon ausnehmend gut.

Im ersten Band schmeißt Torsten Brettschneider seinen Job hin, kauft "Lasse", einen alten VW-Bus und macht sich auf ins schwedische Gödesltorp, wo er einen alten Bauernhof erbte, der von Bjørn, einem ehemaligen norwegischen Widerstandskämpfer, bewohnt ist. Bis Torsten sein Erbe in Besitz nehmen kann, muss er erst Bjørn von sich überzeugen, in seine Familiengeschichte eintauchen und dann so ziemlich die gesamten Dorfbewohner bezwingen.

Die Geschichte ist einfach herrlich abstrus, was ich sehr mag. Was ich über "Rentierköttel" schrieb, gilt auch hier: Torsten kann gar nicht anders, als so zu handeln, wie er handelt. Er ist quasi unschuldiges Opfer sich unglücklich verkettender Umstände. Und die Auflösung der Geschichte ist letztlich die einzig logische Möglichkeit. Gleiches gilt für "Kaimankacke", das in Costa Rica spielt. Leseempfehlung! Ich werde mir zudem die beiden Hörbücher kaufen, denn vorgelesen gefallen mir die Bücher noch besser (und dass ich Hörbüchern den Vorzug gebe, ist selten bei mir).

Zwischendrin las ich immer mal wieder in "Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich*" von Tommy Jaud. Diese Persiflage auf Selbsthilfebücher ist gut gelungen und macht Spaß.

Mein Rezensionsstapel sollte ein wenig kleiner werden, und so griff ich als nächstes zu "Reinkarnation ist nichts für Feiglinge*" von Fredrik Brounéus. Die Geschichte spielt an der neuseeländischen Südküste: George Larson, in erster Linie mit seiner Freundin Kaisa und der Kunst einen guten Song zu schreiben beschäftigt, erhält unerwarteten Besuch. Sein Großvater, der eigentlich schon lange das Zeitliche gesegnet hat, steht vor der Tür. Seit der alte Herr tot ist, scheint er sichtlich aufgeblüht: Er raucht Kette und trinkt mehr Kaffee, als gesund sein kann. Und er hat eine Botschaft für George: Die Menschheit ist in großer Gefahr und George der Einzige, der dagegen etwas tun kann.

Zunächst zögerlich, doch mit wachsendem Ehrgeiz stellt sich George seiner neuen Aufgabe und kratzt dabei an den großen Fragen der Menschheit – Was passiert wirklich, wenn wir tot sind? Was sind unsere wahren Ziele und wo geht die Reise hin? – und erhält durchaus erhellende Antworten: Auch Reinkarnation will geübt sein. Tibetische Mönche sind gar nicht so friedfertig, wie man erwarten würde. Und wer hätte es geglaubt: »Just do it«, inzwischen zur inhaltsleeren Werbephrase verkommen, ist in Wirklichkeit eine jahrtausendealte Weisheit …

Angeblich soll der Roman in der Tradition von Douglas Adams und Terry Pratchett stehen. Ähm ... nö. Die Geschichte ist voller abstruser, paradoxer Wendungen und hat trotz gelegentlicher Langatmigkeit ihren Reiz, aber Adams ist für mich um Klassen besser (zum Vergleich mit Pratchett kann ich nichts sagen. Zwar stehen seine gesammelten Werke hier im Regal, dem Gatten sei Dank, aber bei mir sprang der Funke noch nicht über). Eine ausführliche Rezension folgt demnächst.

Auf Reisen, aber auf realen, nicht fiktiven, ist Dan Kieran im Buch "Slow Travel*". Seine Philosophie des entschleunigten Reisens trifft bei mir voll ins Schwarze, dementsprechend gefällt mir das Buch gut. Eine ausführliche Rezension folgt auch hier demnächst.

Zu Weihnachten schenkte mir der Gatte "Mach mir den Garten, Liebling!*" von Ellen Berg, weil er fand, der Klappentext lese sich so lustig, das könne mir gefallen. Joa, die Geschichte um Luisa, die statt der zugesagten Beförderung einen neuen fiesen Chef bekommt, aber Entspannung und Liebe im erst ungeliebten Garten ihrer Tante findet, ist für Zwischendurch ganz nett. Kaugummi für's Hirn, sozusagen.

Im Februar-Urlaub stromerte ich mit dem Gatten durch Ottensen und kaufte einige Hörbucher, darunter "Ich bin hier bloß der Hamster*" von Friedbert Stohner. Die Geschichte um Hamster Oleg, der ganz nahe dran ist am Alltag einer ganz normalen Menschenfamilie und über hervorragende Menschenkenntnis verfügt, ist lustig zu hören. Aber auch wenn Stohner ein wunderbarer Beobachter ist, ist die Geschichte doch recht flach - es hätte mehr herausgeholt werden können. Das Hörbuch wandert auf den Tauschtisch in Mudderns Sportverein. 

Wenn Du magst, erzähl mir doch im Kommentar, was Du gerade liest oder welches Buch Dich in den letzten drei Monaten beeindruckte.

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Donnerstag, 14. April 2016

RUMS KW #15/16: Quergestreifte rot-weiße Oversize-Strickjacke

Irgendwie gibt es viel zu wenig Strickzeitschriften für fette Frauen. Oder habe ich einfach nur noch nicht die richtigen gefunden? Eine, die ich fand, ist Sabrina Special Plus Size S2338, erschienen im Februar 2015.

Fette Frau fährt Fahrstuhl.
Klar, ich kann jedes Strickmuster für meine Größe umrechnen, aber nach jahrzehntelanger Strickabstinenz war's einfacher, ein Modell in meiner Größe nachzuarbeiten.

Strickjacke im Werden.
Diese Strickjacke gefiel mir auf Anhieb, hatte dann aber doch so ihre Tücken. Die Jacke ist 66 cm lang. Ich dachte mir schon, dass das bei mir zu kurz ist, aber da die Jacke auf der Abbildung im Heft eindeutig weit über den Po geht, dachte ich mir, vielleicht täusche ich mich.

Die Jacke ist zur Anprobe zusammengenäht. Die Ärmel fehlen noch.
Nö, ich täuschte mich nicht. Keine Ahnung, wie klein das Modell ist, das die Jacke auf dem Foto trägt. Bei einer 173 cm großen Frau endet die Jacke jedenfalls genau mittig auf dem Pöter. Das sieht doof aus, das mag ich bei mir nicht.

Also die fertige Jacke noch mal von unter aufgeribbelt, Wolle nachbestellt und bummelig 15 cm angestrickt. Jetzt passt sie, und selbst, wenn sie beim Tragen über die Schulter rutscht (was beabsichtigt ist), ist die mir nicht zu lang. Ich überlege allerdings, einen Druckknopf anzunähen, um das Rutschen zu verhindern. Das ist auf Dauer nämlich ziemlich lästig.

Nächste Tücke: Der Ärmel ist auf einen Armumfang von 24 cm ausgelegt - das ist bei mir zu wenig. Also trennte ich die schon zusammengenähte Jacke noch mal bis zum Beginn der Schulter auf und erweiterte den Ärmelausschnitt auf 30 cm. Passt besser. Dass die Ärmel jetzt nicht mehr dreiviertel, sondern ganz lang ist, stört mich nicht.

Doch, jetzt könnte die Jacke lang genug sein für mich.
Die Jacke ist aus Lang Lino rot* und Lang Lino weiß*. Ich brauchte 300 g in Weiß und 450 g in Rot für meine Variante. Die Farben finde ich unwahrscheinlich schön: Sie erinnern mich an den Dannebrog und versetzen mich sofort in Urlaubsstimmung. Auch wenn ich erst dachte, ich würde nie fertig: Ich brauchte für die Jacke knapp vier Wochen - inklusive Aufribbeln und Warten auf nachbestellte Wolle.

Mit dem Garn war ich nicht so ganz zufrieden: Es ist mal dicker, mal dünner (teilweise wie Nähgarn), hat Knubbel und Knoten. Angesichts des Preises hätte ich das nicht erwartet. Und: Das Garn flust. Ein schwarzes Oberteil ist nach ein paar Stunden gesprenkelt. Das ist ein bisschen lästig.

Nächstes größeres Projekt ist eine Jacke aus Lang Mohair Luxe* - ich bin gespannt, wie das verarbeitet ist.

Dieser Beitrag nimmt teil an den Linkparties "Stricklust" und "RUMS".

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Dienstag, 12. April 2016

Blumenampeln mit Washi-Tape verschönert

Jedes Frühjahr, jeden Herbst stehen der Gatte und ich am Blumenstand und diskutieren darüber, dass es teurer ist, einzelne Blumen zu kaufen als fertig bepflanzte Ampeln.

Blumenampel mit Washi-Tape.
Zwar hat der Gatte recht, aber ich weigere mich, die Ampeln zu kaufen, denn muss ich die alten wegwerfen, und die sind ja noch gut. Wir haben ja eh schon genug Plastikmüll.

Noch 'ne Blumenampel mit Washi-Tape.
Okay, die einzelnen Pflanzen sind auch in Plastiktöpfen, aber die kann ich immer noch als Anzuchttöpfe nehmen. Pflanzen in Papiertöpfen zu verkaufen, das wär mal 'ne Maßnahme.

Da unsere Balkone grün sind, wählte ich grünes Tape für die Balkonseite.
An den weißen Blumenampeln hatte ich mich satt gesehen, also holte ich das Washi-Tape raus, um sie zu verschönern. Das ist ratzfatz gemacht, sofern die Außenseite der Ampeln sauber und trocken ist.

Für die Gartenseite wählte ich gelbes Tape.
Dieser Beitrag nimmt teil an den Linkparties "Creadienstag", "Link your Stuff", "DienstagsDinge" und "Happy Recycling".

Sonntag, 10. April 2016

Sieben Sachen Sonntag KW 14/16

Sonntags schlafe ich aus, bin aber normalerweise rechtzeitig zum Sonntagsspaziergang wach. So beginnt dann auch der heutige Sonntag mit Radio hören, stricken und Milchkaffee trinken.

#1: Stricken. Das sind Reste-Socken aus der  blauen Wolle der Ringelreihen-Socken.
Aktuell habe ich Socken für Mudderns auf der Nadel. Zwischendrin wird gefrühstückt - Toast auf die Hand. Wir sind beide keine großen Frühstücker, wenn wir zu Hause sind und kein Besuch da ist; und ich habe ohnehin seit Wochen einfach keinen richtigen Hunger. Da reicht dann das Frühstück oft für den ganzen Tag.

Nach dem Radiohören ging's auf den Balkon. Wir hatten gestern Pflanzen für die Ampeln gekauft, und einiges sollte auch noch gesät werden.

#2: Verschönern der Blumenampeln mit Washitape.
#3: Anzuchttöpfe aus Papierrollen basteln
#4: Na denn man tau. Das soll in vier Ampeln.
#5: Anzuchttöpfe. 
#6: Ich habe fertig. Wurzeln, Zucchini, Gurken, Portulak, Radieschen und Brunnenkresse sind ausgesät.
#7: Unsere vier Blumenampeln sind ebenfalls bepflanzt.
Auf dem Balkon und im Garten ist in den nächsten Tagen noch ziemlich viel zu tun, bis es wieder schön und wohnlich ist.

Da seit vier Wochen allerdings schon wieder ein Chemieklo im Vorgarten steht, ist zu befürchten, dass der Eigentümer auch in diesem Jahr wieder umfangreiche Bauarbeiten plant, die die Nutzung von Balkon und Terrasse unmöglich machen und bedeuten, dass alle Pflanzen kurzfristig zu Schwiegermutter evakuiert werden müssen.

Nun, wir werden sehen - wie üblich, erfahren wir frühestens mit Beginn der Arbeiten davon. Bis dahin hoffen wir, dass wir diesen Sommer viel Zeit auf der Terrasse oder auf dem Balkon verbringen können.

Dieser Beitrag geht rüber zum Sieben Sachen Sonntag bei Frau Grinsestern.